Neuer Streit kurz vorm Spatenstich

Neuer Streit kurz vorm Spatenstich

Der Zank geht weiter: Das bereits beschlossene Vorhaben, am Bleialfer Bürgerhaus den neuen Bauhof und die Feuerwehr unterzubringen, wird von Gegnern wieder infrage gestellt. Dabei könnten die Arbeiten im Frühjahr beginnen.

Bleialf. Die Pläne stehen, die Kosten sind kalkuliert, und im Frühjahr könnte es mit dem Bauen neben dem Bürgerhaus losgehen - eigentlich schien die Diskussion um den Standort eines neuen Feuerwehrgerätehauses und des neuen Bauhofs beendet (der TV berichtete). Ist sie aber nicht. In der jüngsten Ratssitzung des Schneifelorts hat die Liste Mölter angeregt, noch einmal über das Vorhaben zu diskutieren. Man solle doch noch mal darüber nachdenken, ob Bauhof und Feuerwehr demnächst neben dem Bürgerhaus wirklich am besten Platz stünden, sagte Willi Leinen von der Liste Mölter.Zeit- und Geldverlust


Leinen erklärte den Zeitpunkt für den nun unerwarteten Vorstoß damit, dass sich ein wichtiges Vorzeichen geändert habe. Das vor zwei Jahren von vielen favorisierte Grundstück an der Bahnhof- und WinterscheiderStraße (siehe Extra) sei nicht, wie zunächst von der Verbandsgemeinde (VG) Prüm geplant, an einen Investor zum Bau eines Supermarkts verkauft worden. "Der jetzt vorgesehene Bauplatz am Bürgerhaus war aber wohl für alle immer nur die zweite Wahl", erklärt Willi Leinen. Das sei im Übrigen breite Meinung bei den Bürgern und auch unter den Feuerwehrleuten. Da die erste Wahl nun wieder zur Verfügung stehe, müsse noch mal darüber gesprochen werden. Schließlich sei auch die Zufahrtssituation am Bürgerhaus nicht gerade optimal, merkt Ernst Gilles, ebenfalls Liste Mölter, an: "Ich gehe von Sicherheits- und Ausrückaspekten aus. Unter diesem Gesichtspunkt wäre der erste Standort die bessere Wahl."
Ortsbürgermeisterin Edith Baur sieht das anders: "Wir haben mit Experten der Verbandsgemeinde und der Feuerwehr alles geprüft und besichtigt. Sie sagen, dass es so wie geplant alles in Ordnung ist und keine Sicherheitsprobleme auftreten." Würde man jetzt wieder zurück auf Null gehen und bei der Standortfrage anfangen, verzögerte sich das Projekt, fürchtet sie, abgesehen davon komme es Bleialf teuer zu stehen, wenn nicht gemeinsam gebaut werde. "Wir sparen mehr als 100 000 Euro, bekommen eine neue Heizung im Bürgerhaus und haben einen zentralen Bauhof", sagt Edith Baur.
Aloysius Söhngen, Bürgermeister der VG Prüm stimmt ihr zu: "Wenn wir umplanen, verlieren wir im Zeitplan bis zu zwei Jahre", sagt er. Söhngen betont, dass die VG niemandem einen Standort aufzwingen wolle: "Aber der Rat hat sich dafür entschieden. Es war ein langer Prozess, wir sind weit gekommen und im Frühjahr könnte es losgehen - irgendwann muss man so was zu einem Abschluss bringen."
Dass die Bleialfer Feuerwehr dem Neubau am Bürgerhaus kritisch gegenüberstehe, wie es Gilles und Leinen anführten, sei so nicht richtig, erklärte Wehrführer Stefan Fuchs im Nachgang zur Sitzung. Er könne zwar nicht für alle 45 Mitglieder sprechen, aber die Wehrleitung habe sich deutlich für die jetzige Planung ausgesprochen und bleibe auch dabei.
Die Liste Mölter kündigte an für eine der nächsten Ratssitzungen einen Antrag auf weitere Diskussionen an. "Ich sehe zwar keinen weiteren Diskussionsbedarf, aber jeder im Rat hat das Recht, Anträge zu stellen", sagt Edith Baur.
Doch nicht nur die Liste Mölter holte das Streitthema noch einmal hervor, auch die einstigen Gegner des Neubaus am Bürgerhaus formieren sich neu. Ehemalige Mitglieder der nicht mehr im Rat vertretenen Liste Bleialf aktiv haben Edith Baur und den Gemeinderat in einem Schreiben dazu aufgefordert, zur Standortwahl die Bürger direkt nach ihrer Meinung zu fragen - bei einer Podiumsveranstaltung oder mit einem Fragenkatalog.
"Ich habe nichts gegen Diskussionsanregungen, ich hätte mir nur gewünscht, dass sie vor der Unterzeichnung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung geführt worden wären. Jetzt ist es einfach zu spät", sagt Edith Baur.Meinung

Es ist zu spät
In wenigen Monaten könnten hinter dem Bürgerhaus Bleialf die Bagger anrücken. Würde das Projekt noch einmal aufgerollt, sähe das ganz anders aus. Dann wären nämlich zwei Jahre Arbeit für die Katz gewesen. Der Bauherr und nicht zuletzt die Feuerwehr, die aktuell in beengten, keinem modernen Standard mehr entsprechenden Räumen arbeitet, muss ab einem gewissen Zeitpunkt mit Planungssicherheit rechnen dürfen. Auch wenn es plötzlich Alternativen gibt, für eine Kehrtwende ist es zu diesem Zeitpunkt zu spät. f.auffenberg@gmx.deExtra

Wegen großem Renovierungsbedarf am bisherigen Bauhof hat die Ortsgemeinde Bleialf Anfang 2012 mit den Planungen eines Neubaus begonnen. Weil auch ein neues Feuerwehrgerätehaus gebraucht wird, wurde eine Gemeinschaftsmaßnahme beschlossen. Im Februar 2012 wurde im Rat über drei Standorte diskutiert. Ein Grundstück an der Bahnhofstraße, das die Verbandsgemeinde (VG) Prüm vor mehr als zehn Jahren für ein Feuerwehrhaus erwarb, sollte an einen Investor verkauft werden. Im Mai 2012 beschloss der Gemeinderat, das Projekt am Bürgerhaus umzusetzen. Besichtigungen des Standorts mit der Feuerwehr und den Planern führten zu einer positiven Bewertung. Im Januar 2013 unterzeichneten der Ortsgemeinderat und der Verbandsgemeinderat Prüm eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung für das gemeinsame Bauprojekt. Im Frühjahr 2015 soll der erste Spatenstich erfolgen. Es wird mit Baukosten von einer Million Euro gerechnet. Etwa 680 000 wird die VG Prüm als Anteil des Feuerwehrhauses übernehmen. aff

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