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"Neuerburg ist meine Welt"

"Neuerburg ist meine Welt"

Norbert Klinkhammer aus Neuerburg ist seit 50 Jahren im Malerhandwerk tätig. Offizielle Gratulanten waren die Handwerkskammer Trier, die Malerinnung Bitburg-Prüm und die Kreishandwerkerschaft. Derweil weiß jeder, der Klinkhammer kennt - und das sind die meisten in Neuerburg und Umgebung - dass er sich weit über sein Handwerk hinaus, wo immer er kann, ehrenamtlich engagiert.

Neuerburg. Schon jetzt ist der Berufsjubilar ein Aktivposten und Aushängeschild für Neuerburg und die Region. Aber für eine Frohnatur seines Kalibers, vital und voller Tatendrang, gibt es keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Eine "Lebensabschnitts-Laudatio", quasi als Zwischenbilanz, sei dennoch erlaubt.

Seine Malerlehre machte Norbert Klinkhammer in Koblenz. "Bei einem alten Meister, von dem ich viel gelernt habe", erinnert er sich. In Koblenz absolvierte er auch seine Bundeswehrzeit. Und weil er aus einer hochmusikalischen Familie stammt, erklomm er gleichzeitig die ersten Sprossen auf der Erfolgsleiter in Sachen Musik. Er blies Fanfare, war Dirigent des Jugendvororchesters und Leiter des Kreisjugendorchesters. 1969, mit dem Meisterbrief in der Tasche, hielt ihn in Koblenz nichts mehr.

Wieder in Neuerburg widmete sich Klinkhammer vorrangig seinem Malergeschäft. Auch die Musikkarriere ging weiter: Lehrer an der Kreismusikschule und Dirigent im Musikverein 1821 Neuerburg, einem (fast) Klinkhammer-Familienbetrieb. War oder ist doch dort - vom Urgroßvater bis zu den Kindeskindern - nahezu alles, was Klinkhammer heißt, irgendwie aktiv.

Wie der Jubilar es zudem schafft, in der Feuerwehr und im Eifelverein zu sein, Theater zu spielen, 561 Mützen (eine davon vom Papst) und 177 Uniformen zu sammeln und zu pflegen, im Prüfungsausschuss der Malerinnung zu sitzen (er selbst hat 25 Malerlehrlinge mit Erfolg ausgebildet), Vorsitzender des Fördervereins Schwarz Bildchen, Kommunalpolitiker und weiß Gott was noch zu sein - das ist sein Geheimnis. Ehefrau Resi sieht es gelassen. Doch damit nicht genug. Klinkhammers Haupt-Engagement gilt der Gestaltung und Restaurierung vor allem sakraler, religiöser Motive und - Freddy Quinn.

Sein Interesse an der Kirchenmalerei hatte sein Koblenzer Meister geweckt. Zu Hause, auf den Spuren Leonardo da Vincis, erwachte dann die Kreativität. Längst gibt es in Neuerburg und Umgebung kaum Reliefs, Denkmäler, Wandbemalungen, Heiligenbilder, Figuren, sakral oder weltlich, die der Kirchenmaler und Restaurateur Klinkhammer nicht renoviert oder selbst geschaffen hätte. Selbst für den Vatikan war er schon tätig.

Und Freddy Quinn? Seine Lieder sang er schon als kleiner Junge. Inzwischen war er damit bereits 32 Mal im Fernsehen. Den Meister hat er persönlich kennen gelernt. In der Eifel ist er als Freddy Quinn ausgebucht. "Ich habe viel Spaß dabei. So lange die Leute mich haben wollen, mach ich das", betont Klinkhammer.

Und über Neuerburg sagt er: "Für mich gibt es nichts Schöneres. Neuerburg ist meine Welt. Hier gehe ich nie mehr weg."