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Neuerburg: Norbert Schneider zieht Kandidatur überraschend zurück

Neuerburg: Norbert Schneider zieht Kandidatur überraschend zurück

Norbert Schneider, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Neuerburg, hat heute überraschend bekanntgegeben, dass er seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters der neu zu gründenden VG Südeifel zurückzieht. Grund für den Schritt ist der Gesundheitszustand seiner Frau.

Moritz Petry (CDU), Bürgermeister der VG Irrel, wird daher aller Voraussicht nach als einziger Kanditat antreten.
Die Entscheidung ist sehr kurzfristig gefallen: Heute abend um 18 Uhr endet die Bewerbungsfrist für die hauptamtlichen Bürgermeisterkandidaten. Dass sich auf die Schnelle noch ein Kandidat findet, der innerhalb weniger Stunden 100 Unterstützerunterschriften sammelt, gilt als ziemlich unwahrscheinlich.
Die SPD jedenfalls, die keinen Kandidaten nominiert hatte, weil die Schneider unterstützen wollte, schickt niemanden mehr ins Rennen. "Wir wollen keinen verbrennen. Das kann man niemandem antun", sagt Günter Scheiding, Vorsitzender SPD-Ortsvereins Neuerburg.

Er haben heute die Entscheidung Norbert Schneiders mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen. "Wir können der persönlichen Entscheidung Schneiders, wegen des Gesundheitszustandes seiner Frau nicht zur Bürgermeisterwahl anzutreten, Verständnis entgegenbringen. Andererseits sind wir sehr enttäuscht über den Zeitpunkt der öffentlichen Bekanntmachung", sagt Scheiding. Auch die Art der Entscheidungsfindung missfalle ihm. "Es wäre meines Erachtens geboten gewesen, mit den politischen Entscheidungsträgern in der VG Neuerburg, die ihn und eine Fusion mit der VG Irrel unterstützt haben, in die Entscheidungsfindung beratend einzubeziehen", sagt Scheiding

Schneider erklärt den unerwarteten Schritt mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustands seiner Frau. Sie leide an einer nicht heilbaren Erkrankung des Rückenmarks. Dennoch habe sie ihn motiviert, die Herausforderung anzunehmen und als Bürgermeister zu kandidieren.

Vor wenigen Tagen habe sie überraschend so starke Beschwerden gehabt, dass sie sofort ins Krankenhaus musste. So etwas sei überhaupt nicht abzusehen gewesen. "Die Vorstellung, dass die Erkrankung durch die absehbaren höheren Belastungen als Bürgermeister der neuen VG Südeifel eine neue Dimension erreichen kann, macht mich betroffen", sagt Schneider. Deswegen habe er nach der Rückkehr am Sonntag beschlossen, sich nicht zu bewerben. "Mir ist das Wohl und die Gesundheit meiner Frau, mit der ich seit 38 Jahren verheiratet bin und die mich trotz ihrer Erkrankung bei meiner Arbeit immer voll unterstützt hat, wichtiger als ein möglich Wahlsieg. Ich bitte die vielen Menschen, die in meine Kandidatur Hoffnung gesetzt haben, um Verständnis", sagt Schneider, der dennoch für die Dauer seiner Amtszeit bis 2017 als hauptamtlicher Beigeordneter zur Verfügung stehen wird.

Auch für Moritz Petry kam die Nachricht überraschend. Er äußert angesichts der "schwierigen privaten Situation" Verständnis für Schneiders Entscheidung. Das Amt koste viel Zeit. "Ich finde es schade, dass nun außer mir niemand als Kandidat zur Verfügung steht", sagt Petry. Er werde seinen Wahlkampof dennoch wie geplant fortführen.