Neues Projekt: Barrierefreies Wandern

Irrel · Wenn es nach dem Zweckverband Naturpark Südeifel geht, soll es noch in diesem Jahr einen barrierefreien Aussichtspunkt und einen passenden Wanderweg geben. In seiner jüngsten Sitzung hat der Verband über die Pläne für 2014 abgestimmt und damit auch das neue Projekt barrierefreies Wandern gestartet. Der Orchideen- und Quellenschutz sowie die Streuobstwiesenrettung werden weiter vorangetrieben.

Irrel. "2011 wurden mehr Rollatoren als Kinderfahrräder verkauft." - Mit dieser Tatsache macht Daniela Torgau, Geschäftsführerin des Zweckverbands Naturpark Südeifel, auf die Wichtigkeit von barrierefreien Angeboten aufmerksam. Durch den demografischen Wandel gebe es immer mehr ältere Gäste, die solche Angebote nachfragten. "In Zukunft wird dieses Qualitätslabel Standard sein", sagt Torgau bei der Vorstellung der Projekte für 2014.
Dazu gehört auch das nagelneue Projekt barrierefreies Wandern. Torgau: "Wir können keine flächendeckenden Angebote machen, wir wollen erst einmal überhaupt etwas in diesem Bereich haben." Geht es nach den Zweckverbandsmitgliedern, soll es in diesem Jahr bereits einen barrierefreien Aussichtspunkt und einen behindertengerechten Wanderweg und dazugehörige Führungen geben.
Doch bei der Sitzung des Zweckverbands gab es nicht nur Positives zu berichten. "Ich habe in drei Fällen Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet", sagt Bernd Kanzler, Wegemanager des Zweckverbands Naturpark Südeifel. Die Bilder von den nun verbogenen Hinweisschildern und herausgerissenen Markierungen verärgern den engagierten Mitarbeiter. In zwölf Fällen wurden 2013 Hinweisschilder zerstört oder beschädigt. 60 Prozent davon seien auf Vandalismus zurückzuführen. Die Reparaturen kosteten 2000 Euro.
Weiter vorantreiben will der Naturpark in diesem Jahr auch der Orchideenschutz, den Ausbau der Wanderwege sowie der Infrastruktur und des Angebots der Naturparkranger (siehe Extra). Außerdem wird weiter an der Rettung der für die Region typischen Streuobstwiesen gearbeitet. Auch der Quellenschutz steht im Handlungsplan 2014.

Orchideenschutz: Weil im Naturpark allein 30 von europaweit vorkommenden 200 Orchideenarten heimisch sind, müssen diese Arten geschützt werden. Laut Torgau sind die seltenen Pflanzen gefährdet. Sie werden durch Wanderer beschädigt oder gar für den Eigenbedarf ausgegraben.

Wanderwege: Bereits 22 ausgewählte Routen wurden markiert und mit Bänken ausgestattet. Bei den restlichen 57 Wegen muss das Konzept noch umgesetzt werden. Insgesamt geht es hier um 646 Kilometer Wanderwege. Mit im Boot beim Ausbau der Routen sind 90 Prozent der angrenzenden Ortsgemeinden, die sich freiwillig an den Kosten für die Instandsetzung der Wege beteiligen. Die Gemeinden haben sich verpflichtet, 100 Euro pro Weg und 140 Euro pro Kilometer zu zahlen. Zehn Orte wollten nicht mitmachen, aus Kostengründen, weil sie den Nutzen für den Ort nicht sahen.

Naturparkranger: Die zwölf frischgebackenen Ranger und Gästeführer haben in rund 200 Stunden Ausbildung in Theorie und Praxis gelernt, was den Naturpark ausmacht. Nachdem sie eine Prüfung absolviert haben, kreieren sie derzeit Angebote für die neue Saison.

Streuobstrettung: Alte Bestände, fehlende Schnittpflege - dem Streuobstbestand in der Region geht es schlecht. Das ist aus den Schilderungen von Daniela Torgau herauszuhören. 420 000 Euro hat der Naturpark Südeifel für die Rettung des Streuobstes an Fördergeldern erhalten. "Das ist richtig gut angelaufen, da ist viel Bewegung drin", berichtet Torgau über den Start der Aktion im vergangenen Jahr. Nun geht es weiter mit zwei Schnittpflegekursen für Obstbaumbesitzer, die laut Torgau sehr gefragt sind.
Außerdem bildet das Dienstleistungszentrum ländlicher Raum einen Obstbaumwart aus, der die Bestände im Auge behalten und Hilfe anbieten kann. Auch soll es eine Untersuchung über die Gründe des desolaten Bestandes geben, an der unter anderem die Universität Trier mitarbeitet. Ziel ist es, ein Modell für die Erhaltung der Streuobstbestände und deren nachhaltige Nutzung zu erarbeiten.

Quellenschutz: 151 Quellen wurden im Naturpark erfasst. Davon sind laut Zweckverband 65 Prozent geschädigt bis stark geschädigt. Abhilfe können beispielsweise die Einzäunung der Quelle und die Renaturierung schaffen.Extra

Wanderwege: 150 000 Euro, Zuschuss 120 000 Euro, Eigenanteil: 30 000 Euro Wanderwoche/Ranger: 5000 Euro, Zuschuss: 4000 Euro, Eigenanteil: 1000 Euro Orchideenschutz: 105 000 Euro, Zuschuss: 85 000 Euro, Eigenanteil: 20 000 Euro Barrierefreiheit: 67 500 Euro, Zuschuss: 54 000, Eigenanteil: 13 500 Euro Ausbau Infrastruktur: 25 000 Euro, Zuschuss: 20 000, Eigenanteil: 5000 Euro Quellenschutz: 79 620 Euro, Zuschuss: 71 658, Eigenanteil: 7962 Euro MRA