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Neuzugang erobert auf Anhieb Chefposten im Stadtrat

Neuzugang erobert auf Anhieb Chefposten im Stadtrat

Schnell und schmerzlos: Die CDU-Fraktion im Bitburger Stadtrat hat die Position des Vorsitzenden eine gute Woche nach dem Rücktritt von Peter Wagner neu besetzt. An der Spitze steht nun Michael Ludwig, der von seinen sieben Fraktionskollegen einstimmig ins Amt gehoben wurde.

Bitburg. Dass er als Neuzugang im Stadtrat gleich um den Posten des Fraktionsvorsitzenden der CDU kandidieren wird, hat Michael Ludwig erst am Montagabend entschieden. Im Vorfeld hat die Partei beraten, wer für das Amt infrage kommt (der TV berichtete). In geheimer Wahl votierte dann die komplette Mannschaft für Ludwig. Gegenkandidaten gab es keine. Die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Karin Bujara-Becker und Ingolf Bermes erklären tags drauf: "Seine langjährigen Erfahrungen im CDU-Stadtverband, im Kreisvorstand sowie im Kreistag ebneten ihm den Weg, einstimmig gewählt zu werden."Auf seinen Nachfolger hält auch der langjährige Fraktions-Chef Peter Wagner große Stücke: "Er ist ganz hervorragend für den Posten geeignet. Fachlich, persönlich wie auch politisch." Wagner freut, dass der Wechsel "unaufgeregt, schnell und sachlich" geklappt hat. Rückblickend auf fast 20 Jahre Stadtrat resümiert er: "Was mir am meisten Freude gemacht hat, ist, dass es eine nach vorne gerichtete Politik war, die dort betrieben wurde. Eine Politik für die Weiterentwicklung dieser Stadt, für Modernisierung. Es gab bei grundlegenden Fragen wie etwa dem Bau der Stadthalle immer eine Allianz der Vernunft, die Bitburg AG." Zurück zur Allianz der Vernunft

Für Wagner ist diese fraktionsübergreifende Allianz zerbrochen, was er an zwei Beispielen festmacht - den Vorbehalten gegen die Bit-Galerie sowie dem Beschluss, groß in die Flugplatz GmbH einzusteigen. Seinem Nachfolger wünscht er, dass sich der Wind im Rat wieder dreht. "Ich freue mich über das Vertrauen. Mit Unterstützung der gesamten Fraktion werde ich die Sache nun in Angriff nehmen", sagt Ludwig. Ziel der CDU ist es, bei der Kommunalwahl 2014 wieder stärkste Fraktion zu werden. Zum Flugplatz sagt Ludwig: "Wenn man eine Infrastruktur hat, die erhalten werden kann, ohne dass die öffentliche Hand investieren muss, sollte man diese Chance nutzen." Ebenso deutlich ist seine Meinung zur Bit-Galerie: "Wenn jemand so groß in der Innenstadt investieren will, um eine Galerie zu bauen, die nicht nur Arbeitsplätze und Gewerbesteuer bringt, sondern Bitburg auch als Einkaufsstadt stärkt, darf das nicht kaputtgeredet werden, sondern hat alle Unterstützung verdient." schoMeinung

Sie stellen sich auf für 2014Von Führungskrise keine Spur: Nach dem Rücktritt von Peter Wagner hat die CDU-Stadtratsfraktion mit Michael Ludwig einen würdigen Nachfolger gefunden. Dass die Partei den Mut beweist, einen Neuzugang auf den Chefposten zu heben, zeigt: Hier geht es nicht um eine Übergangslösung bis zur nächsten Kommunalwahl, sondern darum, sich eben für 2014 in Position zu bringen. Schließlich bringt Ludwig nicht nur Erfahrung mit, sondern genießt auch in der Bevölkerung großen Rückhalt. Dass er auch bereit ist, unbequeme Ansichten zu vertreten, zeigt der Neue etwa beim Thema Flugplatz gleich zu Beginn. Das sind nicht zuletzt auch klare Ansagen für die Wähler. d.schommer@volksfreund.deExtra

Michael Ludwig (48) ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann und einem Studium der Betriebswirtschaftslehre leitet er als geschäftsführender Gesellschafter einen Maschinenbaubetrieb in Bitburg. Bei der Kommunalwahl 2009 hat Ludwig von Listenplatz 27 aus Rang zehn erobert, weshalb er nach dem Rücktritt von Peter Wagner für die CDU in den Stadtrat nachrückt. scho