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Nicht alle Beherbergungsbetriebe werden wieder geöffnet

Gastronomie : Unzufriedenheit bei Hoteliers

Das Warten hat ein Ende – nach einer langen Zwangspause können Urlauber wieder in Hotels nächtigen. Doch nur unter bestimmten Bedingungen. Was sagen die Hoteliers zu den Maßnahmen?

Seit Mittwoch, dem 12. Mai, dürfen Hoteliers nach sieben Monaten wieder ihre Tür für touristische Gäste öffnen – aber nur unter bestimmen Auflagen. So darf ab einer Inzidenz von unter 100 beispielsweise nur im eigenen Zimmer gefrühstückt werden und alle 48 Stunden müssen die Gäste ein negatives Testergebnis vorweisen. Wie wird die Möglichkeit zur Öffnung von den Hoteliers in der Region angenommen und das Angebot von Gästen nachgefragt?

„Irgendwann muss es ja wieder losgehen“, meint Marina Poss, Geschäftsleitung des Simonbräu und Eifelbräu in Bitburg. Nur das Wetter müsse jetzt noch mitmachen. Poss findet die Maßnahmen der Regierung zwar gerechtfertigt, aber viele Gäste seien verunsichert und wüssten nicht so recht, was sie dürfen und was nicht. „Aber man muss die Pandemie eben in den Griff bekommen und da gehen wir mit“, so Poss. Momentan seien es mehr geschäftliche Gäste, doch für den Juni seien sie bereits gut gebucht.

Ebenfalls Hotel Leander in Bitburg hat nun wieder geöffnet. „Wir erhalten viele Anfragen, jedoch wegen des schlechten Wetters auch Absagen“, berichtet Inhaberin Susanne Rickert. Die Gäste könnten in einem Formular ihr Wunschfrühstück zusammenstellen und dieses dann am Morgen abholen kommen. Rickert hat wenig Verständnis für das Frühstück im Zimmer: „Im Haus laufen doch nur getestete Leute rum. Mit Abstand und Maske wäre das doch okay.“ Zurzeit seien viele Gäste verunsichert, da in jedem Bundesland andere Regeln gelten: „Wir telefonieren viel mit den Menschen und klären sie auf.“

Hotel Naturpur Maarblick in Meerfeld öffnet erst am 2. Juni für den Tourismus. „Man checkt doch nicht in ein schönes Hotel ein und muss dann auf dem Zimmer bleiben um zu essen. Das macht doch keinen Sinn!“, meint Inhaber Frank Weiler. Daher warte der Betrieb ab, bis die Innengastronomie wieder öffnen dürfe. „Die Außengastronomie darf aufhaben, aber die Innengastro nicht. Wo sollen die Gäste denn auf Toilette gehen?“, ärgert sich Weiler. Noch sei nicht hundertprozentig sicher, ob das Speisen in geschlossenen Räumen dann überhaupt wieder erlaubt sei: „Ich glaub erst dran, wenn der erste Gast bei uns eincheckt!“

Auch Kucher´s Landhotel in Darscheid öffnet die Türen erst wieder am 2. Juni für urlaubsfreudige Gäste: „Aktuell können bei uns noch Geschäftsreisende unterkommen. Richtig öffnen wollen wir erst, wenn das Speisen im Restaurant wieder möglich ist“, erzählt Geschäftsführung Florian Kucher. Frühstück aufs Zimmer mache für ihn ebenfalls wenig Sinn. Trotzdem überwiege momentan das Positive: „Die Freude ist riesig bei den Mitarbeitern und mir. Zwar hätte man sich schon vieles vor Monaten gewünscht, aber wir schauen jetzt nach vorne“, meint Kucher. Fronleichnam sei das Hotel schon ausgebucht, und das zeige schon die Grundstimmung der Gäste.

Uschi Wagner, Inhaberin des Hotels Genusswerk Eifel in Körperich, wartet lieber noch etwas mit der Öffnung: „Wir öffnen erst am 18. Juni, da wir noch unser Hygienekonzept am Umsetzen sind und aufgrund der Auflagen viele Gäste stornieren.“ Lunchpakete auf dem Zimmer haben für Wagner nichts mit Urlaub zu tun. Erst wenn viele geimpft seien, könne man wieder aufmachen.

„Die Maßnahmen sind nicht alle schlüssig. Warum darf man in eine Ferienwohnung ohne Test, aber ins Hotel nicht?“, wundert sich die Inhaberin. Das Öffnen der Hotels sei überstürzt von der Regierung gewesen. Auch hier sei für nach der geplanten Öffnung alles ausgebucht.

„Wir freuen uns drauf, am 2. Juni wieder aufzumachen, aber die Regierung hätte das mit ein wenig mehr Bedacht machen können“, meint auch Christiane Hauer vom Hotel Hauer in Bollendorf.

Ohne Innengastronomie sei das Hotel jedoch nicht bereit, die Türen wieder zu öffnen. Sie habe sich etwas anderes von der Politik erhofft: „Es war klar gesagt, über Pfingsten bleiben die Hotels zu, dann wird plötzlich gesagt, dass man am nächsten Tag öffnen darf. Man muss doch vorbereiten. Ich fand das unverschämt!“ Momentan seien die Buchungen noch etwas verhalten. Trotzdem bleibe sie guten Mutes, so Hauer.

„Eigentlich sind wir zwei Schritte zurückgegangen“, meint Daniele Haas, Inhaberin vom Hotel Zum Goldenen Stern in Prüm. Zuerst habe sie sich über die Neuigkeiten gefreut, doch schnell habe die Inhaberin gemerkt, wie unüberlegt die Entscheidung der Regierung gewesen sei. „Am Mittwochmorgen konnten die Geschäftsreisenden noch zusammen frühstücken, dann am nächsten Tag nicht mehr. Das ist eine bodenlose Unverschämtheit!“, ärgert sich Haas. Sie habe eine große Stornierungswelle für Pfingsten erhalten und sitze nun mit sechs Urlaubern da. „Ich bin einfach fassungslos“, meint Haas.