1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Nicht das erste Mal: Unbekannte beschädigen Skulptur von Peter Weiland

Kostenpflichtiger Inhalt: Vandalismus : Ärgerliche Wiederholungstat - Steinskulpturen in der Eifel beschädigt

Zum wiederholten Mal haben Unbekannte eine Steinfigur von Peter Weiland aus Irrhausen beschädigt. Diesmal traf es die Skulptur des früheren Eschfelder Pfarrers Christoph März, der Anfang des vorigen Jahrhunderts die Kirche ausmalte.

Vom Brückenheiligen Johannes Nepomuk bis zum Karolingerkaiser Lothar: Peter Weiland aus Irrhausen hat die halbe Eifel mit seinen Skulpturen markiert. In zahlreichen Orten sieht man seine Arbeiten, oft großformatig, tonnenschwer und in annähernd naturalistischer Weise aus Basalt, Sandstein oder Granit gemeißelt. Sein Anwesen in Irrhausen: ein Skulpturenpark. Weit mehr als 2000 Stück hat er mittlerweile gefertigt.

Und er macht weiter, auch im 87. Lebensjahr – eine Energieleistung, die Respekt abverlangt.

Nicht jedem aber scheint diese bildhauerische Allgegenwärtigkeit zu gefallen: Die Figur des Kaisers Lothar, eine von drei Arbeiten Weilands allein im Prümer Gerberweg, war bereits etliche Male Ziel von – nie ermittelten – Tätern (der TV berichtete): Bereits acht Mal, sagt Weiland im Gespräch mit dem TV, sei der Stab des Kaisers abgebrochen worden. Immer wieder hat er ihn bisher repariert.

Auch die alten Wegekreuze bei Schloßheck waren bereits Ziel von unbekannten Zerstörern: „Die hab ich saniert. Und dann hat man sie total kaputtgeschlagen.“

Aktueller Fall: Weilands Figur des Eschfelder „Malerpastors“ Christian März – im vergangenen Jahr, als die Pfarrgemeinde das 150. Jubiläum ihrer Kirche beging, ehrte man, ebenfalls mit einer Weiland-Skulptur, auch den Pastor, der von 1906 bis 1921 das Gotteshaus bis in den hintersten Winkel mit Szenen aus der Heiligengeschichte ausmalte.

Auch darüber berichteten wir: Peter Weiland hatte den Geistlichen auf einem hohen Sockel postiert, mit Farbpalette in der linken Hand. Und die, sagt er, „ist jetzt abgebrochen worden“. Weiland, der deswegen in der Prümer Redaktion anruft, ist hörbar unglücklich: „Was kann man da nur machen? Die machen alles kaputt. Und ich bin immer der Leidtragende und muss es kostenlos reparieren.“

Das erste, was Weiland aber unternahm, war die Polizei zu informieren. Nach Angaben der Inspektion Prüm muss die Tat zwischen Dienstag, 11. Februar, und Samstag, 15. Februar, verübt worden sein. Denn am Montag jener Woche, sagt Hauptkommissar Manfred Schuh, habe Weiland die Skulptur „noch unbeschädigt vorgefunden. Am Samstag hat ihm dann eine Bekannte mitgeteilt, dass sie beschädigt ist.“

Jetzt gehe es darum, den oder die Verantwortlichen zu ermitteln für eine Tat, die wahrscheinlich nicht nur Manfred Schuh als „vollkommen sinnfrei“ bezeichnet. Wer also etwas darüber weiß, soll sich mit den Beamten in Verbindung setzen. Ob es sich bei den Skulpturenzerstörern immer um die gleichen Personen handle, bezweifelt Schuh unterdessen. „Aber das ist alles Spekulation, das bringt einen nicht weiter.“

Ob der Zeugenaufruf hilft? Peter Weiland – er schätzt den Sachschaden auf mehrere Tausend Euro – würde sich darüber freuen. Und er hat eine Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zu den Verursachern führen: Dafür würde er 500 Euro zahlen.

Die Figur des Pastors in Eschfeld, vergsngenes Jahr aufgestellt: Unbekannte haben dem Malerpfarrer die Palette abgeschlagen. Foto: Polizei Prüm
Der alte Abt ist wieder da: Die Regino-Statue bei der Einweihungsfeier vor der Basilika im Jahr 2012. Foto: Fritz-Peter Linden
Passionierter Bildhauer aus Irrhausen: Peter Weiland. Foto: linden fritz-peter/Fritz-Peter Linden

Zeugen können sich an die Polizei Prüm wenden, die Inspektion erreicht man unter Telefon 06551/9420.