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Nicht in Vergessenheit geraten: 61 Soldaten sollen Grabmal bekommen

Bis November sollen Gefallene neue Ruhestätte bekommen : Nicht in Vergessenheit geraten: 61 Soldaten sollen Grabmal bekommen

Die Stadt Bitburg hat die vor drei Jahren gestohlenen Grabplatten auf dem Friedhof Kolmeshöh noch immer nicht ersetzt. Zum Volkstrauertag aber soll es soweit sein.

Tot ist nur, wer vergessen wird. So lautet ein bekanntes Zitat aus dem Drama „Der Stern von Sevilla“ von Christian von Zedlitz. Und am Volkstrauertag geht es genau darum: Die Gefallenen der zwei Weltkriege nicht zu vergessen.

Auch die Bitburger begehen auf dem Ehrenfriedhof Kolmeshöhe jährlich eine Gedenkfeier. Vertreter der Stadt, des Eifelkreises, der Feuerwehr sowie der Reservistenkameradschaften legen Kränze für Gefallene nieder, die dort im Westen der Gemeinde ruhen.

Es ist ein symbolischer Akt, der weitgehend anonym bleiben muss. Nicht jedes einzelnen Soldaten, der während der Ardennenoffensive 1944 sein Leben verlor, kann gedacht werden. Ihnen gedenken meist nur die Angehörigen.

Doch einige von ihnen haben keine Gedenkstätte mehr. Die Namen von einigen Kriegstoten sind zwar auf den Steinplatten in der Wiese vor dem Grabturm zu lesen. An 61 Männer aber, die wohl in einem sogenannten Kameradengrab nahe des Gebäudes begraben liegen, erinnert hier nichts mehr.

32 von ihnen hatten laut Stephan Garçon vom Arbeitskreis Gedenken nie einen Grabstein. Die Namen von 29 von ihnen waren aber auf zwei Bronzeplatten eingraviert. Doch diese wurden 2017 von Dieben gestohlen.

Gefasst wurden sie nie. Und auch die Tafeln tauchten nicht mehr auf. Nach einer von Garçon angestoßenen Debatte aber erklärte sich die Stadt bereit, für Ersatz zu sorgen (der TV berichtete).

Geschehen ist das bis heute nicht. Der Platz nahe des Turms ist leer. Doch die Vorbereitungen für eine neue Gedenkstätte laufen, sagt Bürgermeister Joachim Kandels. 15 000 Euro sind im Haushalt für den neuen Erinnerungsort vorgesehen. Wenn die Kommunalaufsicht grünes Licht für das Zahlenwerk gibt, kann die Stadt einen Auftrag erteilen.

Und wie das neue Soldatengrab aussehen soll, stehe inzwischen auch fest, sagt Kandels: Angedacht seien zwei Pulte aus Udelfanger Sandstein. Ein gelblichgrauer Stein, der bei Trierweiler gebrochen wird, und auch sonst auf dem Ehrenfriedhof Verwendung findet. Und sich daher „hervorragend in die Umgebung einpasst“.

In den Sandstein soll der Bildhauer dann Flächen einfräsen, in die Gusstafeln eingelassen werden. Das Material dieser Platten stehe noch nicht fest. Wohl aber, dass dort die Namen aller 61 Gefallenen aus dem Kameradengrab eingraviert werden sollen.

Garçon freut sich über diese Ankündigung: „Es wird höchste Zeit, dass die Vergessenen endlich einen Grabstein bekommen.“ Der Sozialdemokrat wünscht sich jetzt nur noch, dass die Pulte spätestens zum Volkstrauertag am 15. November stehen. „Das schaffen wir“, verspricht Kandels.