"Nicht nachvollziehbar"

Einmütig beklagen die im Prümer Stadtrat vertretenen Fraktionen die angekündigte Schließung der Postfiliale in der Abteistadt. Das bedeute einen klaren Verlust an wichtiger Infrastruktur, dem man mit einer gemeinsamen Resolution begegnen will.

Prüm. (ch) "Mit aller uns zur Verfügung stehenden Kraft" will die Prümer SPD die Schließung der Postfiliale verhindern. Mit einer gemeinsamen Resolution des gesamten Stadtrats hoffen die Sozialdemokraten, den Bonner Konzern doch noch umzustimmen, so dass die Filiale in vollem Unfang erhalten bleibt. Die Post sei dazu verpflichtet, eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Außerdem werde die Filiale in der Prümer Bahnhofstraße sehr gut angenommen, so dass es dort keinerlei Handlungsbedarf gebe, so die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Paula Sonnen. Gerade die älteren Menschen seien auf einen gut erreichbaren Service angewiesen, der nicht durch automatische Packstationen zu ersetzen sei. Unterstützung findet die SPD bei der CDU. "Wir sind da auf der gleichen Linie", sagt Fraktionssprecher Horst Follmann. "Mit der Schließung geht wieder etwas für die Stadt verloren. Da muss man alles versuchen."

Natürlich sei klar, dass die Erfolgschancen nicht allzu groß seien. "Aber wir wollen uns später nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben", sagt Follmann, der auf einen einstimmigen Beschluss des Rates hofft. Zählen kann Follmann dabei auf die Liste Kleis. "Wir können die Unternehmenspolitik der Post in diesem Punkt nicht nachvollziehen", sagt Dirk Kleis. Die Filiale werde sehr gut angenommen, mit der Schließung gehe ein wichtiges Dienstleistungsangebot verloren. "Von daher sind wir bei einer entsprechenden Resolution auf jeden Fall dabei", sagt Kleis. Auch die Prümer Bürgerbewegung bedauert den Verlust der Post-Filiale. "Da geht einfach in den ländlichen Regionen der Service Stück für Stück verloren", sagt Fraktionssprecher Johannes Reuschen.