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"…nichts gegen Monika persönlich"

"…nichts gegen Monika persönlich"

ARZFELD/SCHÖNECKEN. Hinter den Kulissen ist ein heftiger Kampf um das SPD-Landtagsmandat zwischen der Abgeordneten Monika Fink und ihrer Widersacherin Birgit Nolte-Schuster entbrannt. Pikant ist, dass Fink Hilfe aus dem Prümer Land erhält: Der Ortsverein Arzfeld hat sich für die Idesheimerin ausgesprochen.

Eigentlich sollte ein öffentliches Aufeinandertreffen von Monika Fink und Birgit Nolte-Schuster vor dem Wahlparteitag am 20. Juni vermieden werden. Doch es kam anders. Während sich der SPD-Ortsverein Arzfeld am Freitagabend im Hotel Kölner Hof dazu entschloss, Stelleninhaberin Monika Fink zu unterstützen, tagten gleichzeitig die Genossen in Schönecken. Da weder Monika Fink noch Birgit Nolte-Schuster in Arzfeld auftauchten, lag es nahe, dass sie sich im Burgflecken befanden; schließlich hatten die Schönecker - entgegen sonstiger Gepflogenheiten - die Presse nicht eingeladen. In der Tat: Im Alten Amt kam es zum Aufeinandertreffen der Kandidatinnen. "Beide Bewerberinnen sind heute glücklicherweise da", bemerkte Ortsvereinschef Norbert Roskopp, ehe er ihnen das Wort erteilte. Monika Fink warb mit ihrer Erfahrung, die sie in den vergangenen Jahren in Mainz gesammelt habe: "Ich habe dort versucht, die Dinge hin- und herzutragen. Inzwischen kenne ich mich aus." Wichtig sei es für sie auch, im Kreistag vertreten zu sein, um Landes- und Kommunalpolitik zielgerichtet zu verbinden. Als eines ihres wichtigsten Themen bezeichnete Birgit Nolte-Schuster den demografischen Faktor. Sie wäre vor Ort ein guter Ansprechpartner, schließlich habe sie gute Konzepte. Und: "Nichts gegen Monika persönlich, aber": Es sei ein offenes Geheimnis, dass sie ihre Politik effizienter gestalten wolle als ihre Gegnerin. Nolte-Schuster sprach unter anderem das Sicherheitsbedürfnis der Bürger an: "Ich würde das offensiver machen." Monika Fink wies alle Kritik zurück. Sie verwies stattdessen auf die vielen Besuche in Kindergärten und Unternehmen: "Ich weiß, wo der Schuh drückt." Gleichzeitig bezeichnete Monika Fink die Landeshauptstadt als einen "schwerfälligen Apparat". Dort müsse man erst einmal die Menschen kennen lernen, die Entscheidungen träfen. Fink: "Diese Phase habe ich hinter mir." Ein weiteres Contra wollte sich Nolte-Schuster gleichwohl nicht verkneifen: "Wir können vieles besser gestalten. Wir dürfen nicht warten, bis die Entwicklung uns einholt", betonte sie und sprach sich dafür aus, näher am Bürger sein zu müssen. Im Lager von Birgit Nolte-Schuster stößt derweil die Art der Präsentation der Kandidatinnen auf heftige Kritik. Gestern Abend kam es zum offiziellen Aufeinandertreffen in Bickendorf. Dazu waren alle Ortsvereine eingeladen, während die Presse außen vor bleiben musste. Gleichzeitig reibt sich Nolte-Schuster am Vorgehen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF), die sich einstimmig für Monika Fink ausgesprochen hat: "Zu dieser Sitzung hätte man mich als Kandidatin einladen können." Monika Fink: "Hätte man." Während der Ortsverein Schönecken in den nächsten Tagen entscheiden wird, wen er beim Parteitag unterstützt, haben sich die Arzfelder Genossen bereits festgelegt. Sie votieren für Monika Fink, "weil sie ihre Arbeit gut gemacht hat und weil mit einer amtierenden Mandatsträgerin die Chance auf einen guten Listenplatz größer ist", betonte der stellvertretende Kreisvorsitzende Rainer Hoffmann. Gleichzeitig wird der Arzfelder SPD-Chef als B-Kandidat in den Ring steigen. Hoffmann: "Wenn Monika Fink am Tag X sagt, dass sie nicht mehr will, dann stehe ich zur Verfügung."