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Nichts ist für die Ewigkeit

Nichts ist für die Ewigkeit

STADTKYLL/TRIER. Der Bischof hat gerufen: Joachim Waldorf, seit fast 18 Jahren Pastor in den Pfarreien Stadtkyll, Hallschlag, Ormont und Schüller, wechselt nach Trier. Im Frühjahr übernimmt er dort die vakanten Pfarreien St. Martin und St. Paulin.

Es ist kein leichter Abschied für Joachim Waldorf: "Schweren Herzens", so bekennt er im aktuellen Pfarrbrief, folge er dem Ruf nach Trier. Im Oberen Kylltal, so erzählt er im Gespräch mit dem TV, habe er sich wohlgefühlt, seit er 1989 als 31-Jähriger die Nachfolge von Wilhelm Wagner antrat. Was er nun hinter sich lasse, sagt Waldorf, "ist immerhin mein bisheriges Lebenswerk. Und ich glaube, dass ich hier noch einiges hätte bewegen können." Seine Schäfchen sind alles andere als glücklich über die Abberufung: "Es tut uns allen Leid, dass er geht", sagt Christian Kandels, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. "Aber wenn er für höhere Aufgaben bestimmt ist, dann sei ihm das natürlich vergönnt." Ob die beiden Pfarreien im Trierer Norden als "höhere Aufgabe" zu sehen sind, lässt man beim Generalvikariat offen. Genau so wie die Frage, warum die Wahl auf Waldorf fiel: "Die Gründe darf ich überhaupt nicht veröffentlichen", sagt Personalchef Rainer Scherschel. Es sei aber "völlig normal, dass Pfarrer versetzt werden". Immerhin - zu einer allgemeinen Aussage lässt sich Scherschel dann doch überreden: "Grundsätzlich versetzen wir Leute auf eine Stelle in der Hoffnung, dass sie das gut können, was da zu tun ist." Bei Joachim Waldorf dürfte mehr als nur Hoffnung den Ausschlag gegeben haben: "Ein fähiger Mann", beschreibt Christian Kandels den 48-Jährigen. "Mit Ecken und Kanten - er sagt immer geradeheraus, was er denkt. Vielleicht war das ja der Grund." Und er habe Impulse gesetzt: Für Kandels bleibt vor allem Waldorfs Jugendarbeit in guter Erinnerung. Ebenso die Renovierung der Pfarrkirchen in seiner Seelsorge-Einheit. Und die Reisen mit dem Pastor, der zugleich die Bistumswallfahrten leitet: Rom, Lourdes, das Heilige Land oder zuletzt die Fahrt auf den Spuren von Papst Benedikt XVI. Nun also die Versetzung. Er habe zu Bischof Reinhard Marx gesagt: "Wenn sie das wollen, dann mach' ich das", berichtet Waldorf. "Und zwar mit vollem Einsatz". Wer auf ihn folgt, bleibt offen

Eine Bitte allerdings hatte er an seinen Dienstherrn: Im Pfarrhaus am Stadtkyller Burgberg soll auch künftig ein Gottesmann wohnen. Joachim Waldorf: "Ich will nicht in Trier sitzen und mir die Augen ausheulen, wenn es hier keinen Nachfolger gibt." Und den habe ihm der Bischof in Aussicht gestellt. Rainer Scherschel hält sich aber auch dazu bedeckt: "Dazu kann ich gar nichts sagen." Ein bisschen Zeit bleibt dem Pastor noch bis zum Abschied aus dem Oberen Kylltal: Denn die nächsten Kommunionkinder will Joachim Waldorf auf jeden Fall noch betreuen. "Das hat er sich nicht nehmen lassen", erzählt Pfarrsekretärin Margit Brandt-Leuwer. Apropos: Das "bisherige Lebenswerk" des Pastors rundet sich zu einer schönen Schlusspointe. Vorige Woche trat eines der Kommunionkinder aus Joachim Waldorfs erstem Stadtkyller Jahr wieder vor den Altar: Andrea Bach - diesmal allerdings als Braut.