Nico und Jörg suchen Lebensretter

Nico und Jörg suchen Lebensretter

Nur durch Zufall ist die Leukämieerkrankung bei Jörg Simon aus Wolsfeld entdeckt worden. Nur eine Stammzellenspende kann dem 44-Jährigen das Leben retten. Auch für den 13-jährigen Nico ist ein Spender die einzige Chance, den Blutkrebs zu besiegen. Deshalb haben die Familien der beiden zu einer Typisierungsaktion am 5. Januar im Pfarrsaal Sankt Matthias in Trier aufgerufen.

Wolsfeld/Trier. Jörg Simon aus Wolsfeld ist 44 Jahre alt und gerade Patenonkel des kleinen Jannis geworden. Ihn möchte er eigentlich durchs Leben begleiten. Nico aus Trier ist erst 13 Jahre alt und sollte eigentlich mit seinen Kumpels Fußball spielen, anstatt auf die nächste Chemotherapie zu warten. Die beiden haben eines gemeinsam: Sie brauchen dringend einen Stammzellenspender. Der könnte ihre einzige Chance sein, den Blutkrebs zu besiegen. Ihre Familien und Freunde rufen zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung zu einer Typisierungsaktion (siehe Extra) am Sonntag in Trier auf.
An Leukämie erkranken allein in Deutschland 11 000 Menschen pro Jahr. Einer davon ist Jörg Simon. Verheiratet. Vater von zwei Kindern. Den Beruf des Gas- und Wasserinstallateurs kann er nicht mehr ausüben. "Die Diagnose war für uns alle ein Schock", sagt seine Schwester Jessica Simon im Gespräch mit dem TV. Seit Pfingsten 2012 wissen Jörg Simon und seine Familie um die Krankheit. Anderthalb Jahre kämpft der 44-Jährige dagegen an - mit verschiedenen Chemotherapien. Dann die Nachricht der Ärzte: Der Krebs ist weg. Drei Wochen später der Rückschlag. Die aggressiven Krebszellen breiten sich weiter aus. Jetzt kann nur noch eine Stammzellenspende (siehe Extra) helfen.
"Die Typisierung eines Menschen kostet 50 Euro", erklärt die Schwester. Finanziert werde die Aktion durch Spenden. Den Rest trage die Stefan-Morsch-Stiftung. "Wir möchten vielleicht ein Wunder bewirken", sagen Jessica Simon und Anja Lehnertz, die Nico vor 13 Jahren als Hebamme auf die Welt half.
Das Engagement der Familien hat schon viel bewirkt. Das Broadwaykino in Trier und die Miezen vom Handball-Bundesligisten unterstützen die Hilfsaktion. Ein Bayern-Trikot mit Original-Unterschriften der Profi-Fußballer ist mit im Hilfspott. Jetzt sollen Plakate auf die Aktion aufmerksam machen. "Leider wissen immer noch viel zu wenige Menschen, dass sie mit einer Stammzellenspende ganz einfach Leben retten können", sagt Jessica Simon. "Jeder kann helfen. Ab 16 Jahren kann man sich mit dem Einverständnis der Eltern als Stammzellspender registrieren lassen. Ein kleiner Piks und ein Fingerhut voll Blut genügen."
Einen Info-Abend gibt es am 2. Januar, 18 Uhr, im Mutterhaus der Borromäerinnen, Feldstraße 16 bis 20, Trier. Am Sonntag, 5. Januar, 12 bis 17 Uhr, kann sich jeder gesunde Erwachsene im Pfarrsaal St. Matthias, Matthiasstraße 79, Trier, als potenzieller Spender registrieren lassen.
Extra

Stammzellenspende: Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut - ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Bei der klassischen Methode der Knochenmarkspende entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders, allerdings niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert ungefähr eine Stunde. Über die Art der Spende entscheidet der Stammzellspender.MRAExtra

Als Typisierung bezeichnet man die Laborarbeiten, die für eine Aufnahme in die Stammzellenspenderdatei notwendig sind: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe werden die Gewebemerkmale im Labor bestimmt. Gleiches funktioniert auch mit einem Abstrich der Mundschleimhaut. Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine Neuaufnahme, die aus Spendenmitteln finanziert wird, liegt bei 40 Jahren. Denn man weiß, dass Spender, die älter sind als 40 Jahre, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Die Stefan-Morsch-Stiftung hat ein Spendenkonto unter dem Stichwort: "Hilfe für Nico und Jörg" eingerichtet: Kreissparkasse Birkenfeld IBAN: DE35 5625 0030 0000 0797 90 BIC: BILADE55 MRA

Hinweis: Ursprünglich war aufgrund fehlerhafter Informationen von Nico ein falscher Nachname angegeben worden. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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