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Noch immer Bleispuren im Wittlicher Gefängnis-Wasser

Noch immer Bleispuren im Wittlicher Gefängnis-Wasser

Fast 59 500 Flaschen Wasser zu 1,5 Liter: Diese Menge musste innerhalb der letzten sieben Wochen in die Wittlicher Justizvollzugsanstalt (JVA) gebracht werden. Seit Ende November ist dort das Trinkwasser verunreinigt.

Blei, Nickel, Kupfer wurden vor 50 Tagen bei einer Routineuntersuchung gefunden. Die Metallspuren haben im Lebensmittel Wasser nichts verloren. Deshalb gilt in der Justizvollzugsanstalt (JVA): Was aus dem Hahn kommt, ist als Trinkwasser tabu. Das Gesundheitsamt hat entschieden: Ausschließlich mit Wasser aus Flaschen darf der Durst hinter Gittern gelöscht werden. Das ist seit dem 26. November 2015 so. Damals wurden allein für Gutachter, Wasseranalysen und andere Maßnahmen 40 000 Euro ausgegeben.
Das Mineralwasser aus Flaschen kostete 150 Euro am Tag, die Spülungen der Leitungen 1100 Euro am Tag. Auf diese Zahlen von 2014 verweist der zuständige Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) in Mainz auf TV-Nachfrage auch im aktuellen Fall. LBB-Pressesprecherin Claudia Renner sagt: "Die Ergebnisse haben sich verbessert und weisen nur noch an wenigen Stellen geringe Grenzwertüberschreitungen auf." Es gebe "über die Ursache inzwischen plausible Annahmen, aber noch keine absolute Gewissheit", deshalb erteile das Gesundheitsamt keine Freigabe für die Trinkwassernutzung. Derzeit bekommen laut JVA-Leiter Jörn Patzak "alle Gefangenen des geschlossenen Vollzuges", also 500 Männer, Wasser aus Flaschen. sos