Nochmal Ladenschluss

Wasch' mich, aber mach mich nicht nass: So wirkt der Kabinettsbeschluss zu den künftigen Ladenöffnungszeiten. 22 Uhr an Werktagen, das ist besser als nichts, macht Pitter schon Angst, ist aber unentschlossen und behebt nicht den Mangel, dass es in einer Marktwirtschaft keine vernünftige Begründung für vorgeschriebene Zeiten gibt, zu den man seinen Laden abschließen muss, selbst wenn die Kunden vor der Tür Schlange stehen.

Shopping ist eine Freizeitbeschäftigung, und genau darin lägen die Chancen für mittlere Zentren, die in Rheinland-Pfalz noch für einige Zeit von der vorsintflutlichen Regelung zunichte gemacht werden. Denn womit, wenn nicht mit spektakulären Aktionen wie Nacht-Shopping oder der Möglichkeit, auf besondere Situationen spontan zu reagieren, sollen sich die Mittelzentren denn gegenüber großen Städten, wo die Geschäfte auch ohne Ladenschlussgesetz sicher nicht 24 Stunden täglich geöffnet wären, profilieren? Besonders spüren werden die bürokratischen Fußfesseln Orte wie Prüm und Hillesheim nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, wo man sich vom Ladenschluss an Werktagen verabschieden wird. Das Nachrichtengeschäft ist schnelllebig. Doch gibt es manches, das der Weitung des Blickfelds bedarf. Genau das will Reporterchef Lars Oliver Ross mit der Kolumne "Klartext" samstags liefern.

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