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Notte GmbH macht Alte Volksbank in Bitburg zum Wohn- und Geschäftshaus

Pläne für die Alte Volksbank : Ein Bitburger Dreck-Eck kommt weg

Ein Investor möchte das alte Volksbank-Gebäude in Bitburgs Karenweg komplett sanieren und die dahinter liegende Ruine durch einen Neubau ersetzen. Entstehen sollen darin Wohnungen und Büros.

Im Bauausschuss gibt es dazu keine Einwände. Und auch Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels begrüßt das geplante Vorhaben. „Es ist sehr erfreulich, dass dort eine Bewegung stattfindet“, sagt Kandels und bezieht sich damit auf einen stadtbildprägenden Leerstand im Karenweg. Es geht um das Gebäude Hausnummer 8. So, wie es jetzt da steht, alles andere als ein Schmuckstück.

Bis Anfang der 80er Jahre war dieses Haus Sitz der Volksbank Bitburg, bevor das Genossenschaftsinstitut dann in den nicht weit entfernten Neubau am Bedaplatz umzog. Auf der südlichen olivgrünen Giebelfassade prangt nach wie vor, wenn auch leicht verblasst, der Schriftzug der Volksbank.

Notte GmbH macht Alte Volksbank in Bitburg zum Wohn- und Geschäftshaus
Foto: Rainer Roth, Architekt

Wohingegen in den Fenstern auf der Vorderseite des Gebäudes zu sehen ist, wofür die Räume im Erdgeschoss zuletzt genutzt wurden. Eine Friseur-Kette hat dort mit roten Klebebuchstaben ihr Geschäftsmodell verewigt: das komplette Kopf-Programm für zwölf Euro. Frisiert wird dort aber schon lange nicht mehr. Und das nicht erst seit Corona. Seit Jahren steht das Haus leer und verkommt. Vor allem die Rückseite zum Beda-Platz hin sieht wüst aus. Das aber soll sich ändern.

Die Bitburger Notte Projekt GmbH möchte das alte Volksbank-Gebäude komplett sanieren und dort Wohnungen und Geschäftsräume schaffen. Darüber hinaus soll auch der dahinter liegende Gebäudeteil abgerissen und durch eine kleinteilige Bebauung mit Innenhöfen ersetzt werden. Das Projekt dürfte also nicht nur zur Aufwertung des Karenwegs, sondern auch zu der des gesamten Bedaplatzes beitragen.

Denn die Ruine hinter der alten Volksbank gehört zweifelsohne zu Bitburgs größten Schandflecken, was die Gebäudesubstanz betrifft. Wobei im hinteren Bereich nicht alles abgerissen beziehungsweise komplett verschwinden soll, wie aus der Vorlage der Verwaltung zur jüngsten Bauausschusssitzung hervorgeht. Vorgesehen ist, „den rückwärtigen Bereich durch eine Neubebauung unter teilweiser Erhaltung markanten architektonischer Elemente“ zu ergänzen.

 Alt und neu: So, wie das Gebäude im Karenweg heute aussieht, ist es kein Schmuckstück. Das wird sich ändern.
Alt und neu: So, wie das Gebäude im Karenweg heute aussieht, ist es kein Schmuckstück. Das wird sich ändern. Foto: Uwe Hentschel

Gemeint ist damit vor allem die Ziegelsteinfassade. Laut den Planentwürfen des beauftragten Architekten – das Büro Rainer Roth Meckel – soll sich dieses gestalterische Element auch teilweise an der Fassade der kleinteiligen Bebauung wiederfinden.

Notte GmbH macht Alte Volksbank in Bitburg zum Wohn- und Geschäftshaus
Foto: Rainer Roth, Architekt

Damit das Bauvorhaben auch in den Genuss einer städtebaulichen Förderung kommen kann, ist aber zunächst eine entsprechende Änderung im Rahmenplan des Sanierungsgebiets „Aktive Innenstadt Bitburg“ erforderlich. In diesem Planwerk ist das aus zwei Baukörpern bestehende Objekt nämlich noch in der Kategorie „Möglicher Abbruch von Gebäuden“ eingestuft.

Was unter anderem daran liegt, dass bislang aufgrund älterer Projektüberlegungen für diesen Bereich davon ausgegangen wurde, dass eine Umnutzung beider Baukörper unwirtschaftlich sei und es deshalb wohl auf einen Abriss hinauslaufen werde. In Absprache mit der Verwaltung hat das Unternehmen Notte aber nun ein Konzept erstellt, mit dem ein städtebaulicher Missstand behoben werden kann, ohne alles abzureißen.

Aus diesem Grund wird nach dem Bauausschuss auch der Stadtrat in seiner kommenden Sitzung über eine Anpassung des Rahmenplans für das städtische Sanierungsgebiet beraten und abstimmen. Die ehemalige Volksbank würde dadurch anders eingestuft, käme so aus der Kategorie „Möglicher Abbruch von Gebäuden“ in die Kategorie „Sanierung der Bausubstanz“, womit dann aufgrund des erheblichen Sanierungsbedarfs auch eine Förderung möglich wäre.

Letzteres gilt aber nur für den vorderen Baukörper. Der hintere Gebäudeteil bleibt nach wie vor als Abrissprojekt eingestuft, wozu es ja nun auch kommen soll. Was sich im Zuge des Bauvorhabens ebenfalls ändern soll, ist der Verlauf des Fußwegs zwischen Bedastraße und Neuerburger Straße. Dieser läuft derzeit noch teilweise über das überplante Karenweg-Grundstück. Vorgesehen ist deshalb, die Wegführung ein wenig zu verändern, was aus Sicht der Stadt auch kein Problem wäre, aber ebenfalls im Rahmenplan zunächst entsprechend geändert werden muss.