NRW muss Kulturgut schützen
Zum Artikel "Als gefährlich eingestuft" (TV vom 21./22.April)
Wenn einer sich um den Erhalt der Westwallreste und deren touristische Erschließung verdient gemacht hat, dann ist es Peter Drespa. Wir sehen ihn sowohl als Museumsgestalter als auch als Firmengründer zur Förderung des Westwalltourismus ("Westwall-Zentrum Eifel"). Wer ihn an "seinen" Anlagen führend erlebt, weiß, dass dieser Mann kein Ewiggestriger ist und niemals sein wird. Seine hohe Sachkenntnis, sein Engagement, sein Wissen um die Endphase des zweiten Weltkrieges sind Meilensteine. Die Argumente des Hellenthaler Rats, ihm die Mitwirkung an seinem Projekt zu verweigern, führen mich an den Anfang meiner Auseinandersetzung zum Erhalt der Westwallreste: "Verkehrssicherheit" war das Zauberwort des Bundesvermögensamtes. Mein Vorschlag, die Felsenlandschaft am Fersch-weiler Plateau "verkehrssicher" zu machen, zogen nicht. Am Ende zeigte ich das Amt "wegen mutwilliger Zerstörung ungeschützten Kultur- und Naturgutes" an. Folge: sofortiger Stopp der Zerstörung am Schneifel-Höhenzug! Wenig später konnte ich Ministerpräsident Kurt Beck ansprechen. Aufgrund "seiner" Erfahrungen mit dem sinnlosen Abriss in der Pfalz versprach er mir, dass der Westwall in Rheinland-Pfalz flächendeckend unter Schutz gestellt würde und hielt Wort. Das Land NRW kann diese Entscheidung unmöglich einem Gemeinderat überlassen. Der Westwall stellt als Ganzes ein Kultur- und Naturdenkmal dar. Da kann es nicht angehen, dass lokale Interessen einer willkürlichen Zerstörung Vorschub leisten. Die Landesregierung von NRW muss umgehend eine flächendeckende Lösung herbeiführen. Vorbilder für ein sinnvolles staatliches Eingreifen gibt es genug: Die Wolfsschanze im ehemaligen Ostpreußen bei Rastenburg oder die ehemalige V2-Entwicklungsstätte in Peenemünde, die jährlich 240 000 Besucher anlockt. Die Gefahr, dass der "Westwall" von Neonazis missbraucht werden könnte, wehrt Drespa mit einem genialen Konzept ab. Sollen sie doch kommen: Er wird sie bändigen wie ein Löwe! Hanns-Georg Salm, Gondenbrett WESTWALL