Nur ein trunkenes Dreigestirn

Nur ein trunkenes Dreigestirn

BITBURG/PRÜM. "Trunkenheit am Steuer" ist immer noch eine der häufigsten Unfallursachen - vor allem in der Fastnachtszeit. Grund genug für die Beamten der Polizeiinspektion Bitburg und ihren Leiter Friedel Jaeger, vor allem an den "tollen Tagen" verschärft zu kontrollieren. Der TV hat die Beamten am Wochenende in Bitburg und Mettendorf begleitet.

Fastnachtszeit - für die Jecken heißt das Büttenreden, bunte Kostüme und Umzüge. In der fünften Jahreszeit wird aber auch gerne ein wenig zu tief ins Glas geschaut. Auch die Polizei bereitet sich deshalb auf die "tollen Tage" vor. Mit verstärkten Verkehrskontrollen.Bei vielen Unfällen Alkohol im Spiel

Nicht ohne Grund: Im vergangenen Jahr ereigneten sich von Weiberdonnerstag bis Aschermittwoch im Bereich des Polizeipräsidiums Trier insgesamt 210 Verkehrsunfälle, bei denen ein Mensch ums Leben kam, zwölf schwer und 29 leicht verletzt wurden. Bei elf dieser Unfälle war Alkohol, bei zwei Unfällen Drogen mit im Spiel. Bilanz dabei: Drei schwer und 29 leicht verletzte Verkehrsteilnehmer. Dennoch wird von vielen Autofahrern die Wirkung des Alkohols oft unterschätzt. Einer anfänglichen Euphorie und scheinbaren Selbstsicherheit mit zunehmender Risikobereitschaft folgt eine Reihe direkter körperlicher Reaktionen: Verschlechterung des Sehvermögens, falsche Entfernungseinschätzung, verminderte Reaktionsfähigkeit und Gleichgewichtsstörungen bis hin zu Sinnestäuschungen. "Man glaubt, dass man ein paar Gläschen locker wegstecken kann. Die Wirklichkeit zeigt jedoch, dass bereits bei geringer Alkoholkonzentration die Fahrsicherheit beeinflusst wird", sagt Polizeihauptkommissar Klaus Schnarrbach. "Schon bei 0,2 Promille verschlechtert sich die Wahrnehmung beweglicher Lichtquellen, ab 0,3 Promille erscheinen Gegenstände weiter entfernt, als sie es wirklich sind!" Grund genug für die Polizei, mit stärkeren Kontrollen zu reagieren. Freitagabend, es ist kalt, es friert, die Bitburger Beamten rücken in die Stadt und nach Mettendorf zur karnevalistischen "Nacht der Nächte" aus. Sie sind auf alles vorbereitet: An Bord sind Alko-Tester und Blasröhrchen. Auch Drogentests können vor Ort gemacht werden. Und für den Fall der Fälle steht auch im Krankenhaus ein Arzt "Spritze bei Fuß" für eventuelle Blutentnahmen. In Mettendorf wird unterdessen groß gefeiert, die Tombola ist gelaufen und die ersten "leicht Angetrunkenen" brauchen frische Luft. Vor dem Zelt stehen unzählige Taxen - offenbar wissen viele Besucher, dass sie in entsprechendem Zustand besser das Auto stehen lassen sollten. In Höhe der beiden Ortsausgänge Sinspelt und Nusbaum positionieren sich die Beamten. Die Ordnungshüter überprüfen die Kellen, die Warnwesten müssen sitzen. Ein erster Wagen kommt um die Ecke, das rote Stoppschild der Haltekelle blinkt auf. Ein Auto mit Jugendlichen, wird rausgewunken: "Haben Sie etwas getrunken?", fragt der Beamte. "Nein, ich bin heute Abend der Fahrer", sagt der junge Mann. Vernünftig, so sollte es auch sein. Nach dem Vorlegen des Führerscheins und der Wagenpapiere dürfen die jungen Leute weiterfahren: "Aber langsam", sagt der Polizist, "denn es ist spiegelglatt!" Zwischendurch haben die Beamten immer wieder Einsätze direkt am Zelt. Eine kleine Schlägerei fordert ihre Aufmerksamkeit. Und trotz der Polizeipräsenz im Dorf kommt es noch zu Sachbeschädigungen an mehren Autos (siehe unten). Die Bilanz der nächtlichen Kontrolle: In Bitburg werden rund 100 Fahrzeuge überprüft. "Keine alkoholisierten Fahrer", lautet das Ergebnis. Lediglich ein paar Mängelberichte werden den Fahrern ausgestellt. In Mettendorf werden zwei Blutproben angeordnet, drei Trunkenheitsfahrten können durch die Beamten verhindert werden. Unter dem Strich eine "arbeitsreiche Nacht", wie die Beamten sagen. Die Besucher haben ihre An-und Abfahrten offenbar gut organisiert, der Veranstalter hat sein Möglichstes mit der Bereitstellung der Taxen getan. Also doch ein recht positives Ergebnis. Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass die Polizei an den "närrischen Tagen" vor Ort ist. "Die Autofahrer waren äußerst diszipliniert", sagt Polizeihauptkommissar Klaus Schnarrbach, "es ist ein spürbarer Rückgang der Delikte zu verzeichnen!" In der Nacht zum Samstag wurden in der Mettendorfer Hauptstraße ein Opel Corsa, ein Renault Twingo und ein Daewoo Nubira beschädigt. Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon 06561/96850.

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