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Nur einer kriegt was auf den Kürbis

Nur einer kriegt was auf den Kürbis

Die Nacht zum 1. November: Halloween-Partys, Feste und andere Veranstaltungen in der Eifel; Großeinsatz für die Beamten der Polizei-Inspektion (PI) Prüm. Der TV ging mit auf Streife.

Prüm. Samstag, 5.45 Uhr, Polizei-Inspektion Prüm: Die Nacht geht zu Ende. Und mit ihr viele Feiern - Disco in Feusdorf, Kneipen-Musiknacht in Bleialf, Halloween-Party in Lützkampen, um nur drei zu nennen. Das heißt: Viel Arbeit für die Beamten. Und diesmal? "Absolut ruhig", sagt Hauptkommissar Rainer Kockelmann. Eine verdächtige Beobachtung sei aus Stadtkyll gemeldet worden - verständlich nach den Einbrüchen in der Vorwoche (der TV berichtete).

Aber sonst? Gegen 6 Uhr kommen die ersten Kollegen zurück, darunter Gerhard Kauth. In Feusdorf habe es ein bisschen "Action" gegeben, erzählt er, einige Besucher hätten sich beinah geprügelt. "Wir haben ein paar Leute heimgeschickt, dann war wieder Ruhe."

Verstärkte Kontrollen wegen Halloween-Partys



PI-Chef Josef Junk nimmt uns mit nach Lützkampen: Dort stieg zum zehnten Mal die Halloween-Party mit Tausenden Besuchern. Die meisten sind längst weg, aber rund 100 Autos stehen noch auf den Parkflächen. "Viele glauben, wenn sie sich zwei Stunden ins Auto legen, können sie wieder fahren", sagt Junk. "Deshalb machen wir heute verstärkt Kontrollen."

Die Kollegen sind schon dort, als er vorfährt. "Wir ha'm noch lange nicht genug!", dröhnt es aus einem PKW. Das gilt nicht für die Jungs aus Watzerath und Pittenbach, die sich frierend die Beine vertreten. Sie wären gern im Warmen, aber das Taxi lässt auf sich warten. Seit 2 Uhr stünden sie hier draußen, erzählen Elmar Hoffmann und Christoph Pütz. "Die Security hat uns nicht mehr reingelassen."

Drinnen räumen die Ausrichter vom Jugendverein bereits auf. "Wenn jetzt noch die, die in den Autos liegen, sich ruhig verhalten, dann ist alles gut", sagt Tino Pütz. Auch der zweite Vorsitzende des Vereins, Armin Thelen, ist froh über den friedlichen Ablauf. Zwar habe es ein paar Schnittwunden gegeben, "aber ganz vermeiden lassen sich Scherben nie". Johannes Hansen vom DRK Arzfeld bestätigt: "Mit Alkohol hatten wir gar keine Probleme." Die Einnahmen wird der Verein ins neue Jugendhaus stecken, das gerade gebaut wird. "Damit können wir nach dieser Veranstaltung weitermachen", sagt Armin Thelen.

"Astrein", sagt Josef Junk über die gute Lützkampener Organisation. "Wenn es so läuft, sind wir auch zufrieden. Wir sind ja gar nicht darauf aus, möglichst viele Blutproben zu entnehmen." Stattdessen wird dann lieber einmal ein Autoschlüssel einbehalten: "Einer wollte noch fahren", sagt Hauptkommissar Alois Schilz. "Da haben wir dann eine präventive Sicherstellung gemacht."

Kontrollpunkt Leidenborn: Dort stehen weitere Beamte, darunter Peter Lauer mit Drogenhund "Arek van het Berkemeer" und Kollegen von der Bereitschaftspolizei. Aber auch sie haben bislang keinen Fang gemacht. Unter anderem, weil viele Partybesucher mit Bus und Taxi heimfahren - oder von Familienmitgliedern abgeholt werden. "Mütter oder Brüder, die morgens für ihre Angehörigen aufgestanden sind", sagt Edwin Schöwer. Gut so.

Und dann muss doch noch einer pusten: ein junger Belgier, der sofort zugibt, "zwölf oder 13 Bierchen" getrunken zu haben, danach habe er sich für etwa vier Stunden ins Auto gelegt. "Dann wollen wir mal sehen, ob das gereicht hat", sagt einer der Polizisten. Der junge Autofahrer ist einsichtig und kooperativ. "Das wäre schade, wenn wir dem jetzt den Führerschein abnehmen müssten", sagt Josef Junk. Aber sie müssen: 0,7 Promille. Das bedeutet: einen Monat Fahrverbot in Deutschland und 500 Euro Ordnungsgeld. "Das tut mir leid", sagt Junk. "Das war so ein höflicher, freundlicher Bursche." Fazit: Halloween in der Eifel - kaum Grund zum Gruseln.