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Oberkailer Bankraubprozess

Justiz : Kokain und Cannabis als Tatmotiv?

Im Oberkailer Bankraubprozess hat das Landgericht die Drogenkarrieren der beiden Hauptangeklagten betrachtet.

Zu Festnahmen kommt es nicht, denn beide sitzen zu dem Zeitpunkt schon wegen einer anderen, abgeurteilten Straftat in Haft. Und da sitzen sie heute noch – derzeit mit Ausflügen in die Dritte Große Strafkammer des Trierer Landgerichts. Der als Helfer und Mitläufer geltende Angeklagte D. (27) befindet sich seit November 2019 in Untersuchungshaft.

Schon am ersten Verhandlungstag hatten K. und E. die Überfälle eingeräumt.  Als Motiv nennen sie  ihre krankhafte Drogensucht, zu der bei K. auch noch Spielsucht hinzukommt. Ein Schuldmilderungsgrund wegen verringerter Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit. Die Verteidiger Christiane Theile und Lars Brögeler versuchen, das Schiff auf diesen Kurs zu lenken. Staatsanwalt Volker Anton hält dagegen. Ein Arzt für Psychiatrie, der beim letzten Verfahren gegen K. und E. in Wuppertal als Sachverständiger beteiligt war, bestätigt die Suchtprobleme zum damaligen Zeitpunkt. Auch eine Essener Bewährungshelferin, die K. 2012 nach einer Jugendstrafe  betreut hatte, sagt: „Kokain und Cannabis spielten schon lange eine wichtige Rolle bei ihm.“ Nach einer erfolgreichen Ausbildung zum Automechatroniker habe er deshalb 2016 keine Stelle bekommen.

Der etwas jüngere Bruder von E. nimmt als Zeuge kein Blatt vor den Mund. Dessen Freund K. kennt er auch gut. „Mein Bruder ist durch seine Drogen zum Problemmittelpunkt in unserer Familie geworden. Alles dreht sich nur um ihn und seine Ausfälle. Aber er war ja immer das Lieblingskind unserer Eltern und durfte alles“, sagt er. Wenn es wieder losgehe mit dem Bruder, dann rufe man ihn, weil er als Einziger mit ihm körperlich mithalten könne. Dann schildert der Mann die Drogenentwicklung des Bruders, die in der zehnten Klasse begonnen habe - „danach folgten Schulausschluss, Schlägereien, erste Jugendstrafen“. Oft habe er später erklärt, endlich eine Therapie zu machen – „doch geglaubt hat das keiner mehr“.

Fortsetzung am 25. August, 9 Uhr. Der Vorsitzende Richter Armin Hardt hat einen langen Tag angekündigt. Auf dem Plan stehen die Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen, die Plädoyers, Beratung und Urteilsverkündung.