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Oberweiser Schwimmbad: Verkauf unter Dach und Fach

Oberweis/Bitburg. Es war nicht einfach, aber nach vielen Jahren Hin und Her ist es geglückt: Die Verbandsgemeinde Bitburg-Land verkauft das Freizeitzentrum Oberweis an den derzeitigen Pächter, und die Ortsgemeinde hat erreicht, dass die Vereine Freibad und Sportplatz weiter nutzen können. Das ist das Ergebnis der nichtöffentlichen Sitzung. Dagmar Schommer

Oberweis/Bitburg. Bis zum Schluss war unklar, ob die Verbandsgemeinde (VG) Bitburg-Land den Verkauf des Freizeitzentrums Oberweis für 300 000 Euro an den Pächter Alwin Köhler gegen den Willen der Ortsgemeinde durchsetzen wird. Zuletzt hat der VG-Rat beschlossen, auch den Sportplatz für 190 000 Euro an Köhler zu verkaufen, damit dieser Flächen hat, sich bei Bedarf zu erweitern. Alternativ baute die VG darauf, dass die Gemeinde bereit ist, Köhler zwei ihrer Grundstücke zu verpachten. Dem hat der Oberweiser Rat in nichtöffentlicher Sitzung zugestimmt. Der Beschluss ist nach TV-Informationen einstimmig gefallen. Heißt: Der Verkauf des Freizeitzentrums ist unter Dach und Fach, die VG behält den Sportplatz in ihrem Eigentum und stellt diesen den Oberweiser Fußballern zur Verfügung. In weiteren Verträgen wurde zudem geregelt, dass die DLRG weiter das Freibad nutzen kann.
"Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen", sagt Bürgermeister Josef Junk, der froh ist, dass die Sache nach Jahren des Streits im Einvernehmen geklärt ist. "Gottseidank haben wir das jetzt geschafft. Wir haben uns auf eine Lösung verständigt, die für alle Beteiligten das Beste ist", sagt Alwin Köhler, der fortan der Gemeinde 2500 Euro im Jahr für die angepachteten Flächen zahlen wird. "Zuletzt haben wir uns nur noch im Kreis gedreht. Ich bin froh, dass wir einen Weg gefunden haben", sagt Köhler. "Wir freuen uns natürlich, dass wir uns nun geeinigt haben. Aber unser Ziel, den Sportplatz wieder in unser Eigentum zu bekommen, haben wir nicht erreicht", sagt Bürgermeister Erwin Schmidt. Zufrieden ist er dennoch, dass bis zum Jahr 2029 die Zukunft der Oberweiser Vereine gesichert ist und diese die Sportstätten nutzen können. Er hätte gerne längere Verträge ausgehandelt. Schmidt baut darauf, dass alle Beteiligten Wort halten und die Vereine auch in 20 Jahren noch die Anlage nutzen dürfen. Der Streit ging auch ihm an die Nerven: "Besonders die gezielte Stimmungsmache gegen Oberweis hat uns sehr bedrückt", sagt Schmidt und ergänzt aber: "Wir müssen jetzt nach vorne blicken."Meinung

Schluss mit der Vergangenheit
Endlich! Das ganze Gezerre um das Freizeitzentrum Oberweis, wegen dem Ortsgemeinde und VG quer durch alle Instanzen prozessiert haben, ist beigelegt. Natürlich war eine Einigung nur möglich, weil jede der Parteien bereit war, Kompromisse einzugehen. Ein Glück, dass dies nun gelungen ist. Sonst wäre die Stimmung wohl auf ewig vergiftet gewesen. Nun ist es Zeit, einen Strich unter den jahrelangen Streit zu ziehen, der nicht nur Nerven, sondern auch Zeit und Geld gekostet hat. Von der Lösung profitieren alle. Der Ort, dem ein Freibad erhalten bleibt, die Vereine, die die Anlage nutzen können, der Pächter, der nun Investitionssicherheit hat, und nicht zuletzt die VG, die das defizitäre Freibad los ist. d.schommer@volksfreund.deExtra

Bis 1975 gehörten Camping- und Sportplatz der Ortsgemeinde Oberweis. Dann wechselte die Anlage in den Besitz der VG Bitburg-Land, die den Campingplatz seit 1989 verpachtet. Der Rechtsstreit zwischen Ortsgemeinde und VG entflammte 2005, als die VG ankündigte, die Anlage zu verkaufen. Beim Rechtsstreit, der bis zum Bundesverwaltungsgericht ausgefochten wurde, wurden rund 120 000 Euro verstritten. scho