Oberweiser Straße in Stahl: Das kostet der Ausbau

Oberweiser Straße in Stahl: Das kostet der Ausbau

70 Bürger sind zu einer Anliegerversammlung ins Stahler Bürgerhaus gekommen: Dort wurde nicht nur darüber informiert, wie die Oberweiser Straße instandgesetzt werden soll, sondern auch darüber, was das die Betroffenen kostet.

Bitburg. Die Oberweiser Straße in Stahl muss saniert werden. Der letzte Ausbau liegt mehr als 30 Jahre zurück. Die neuerliche Sanierung der Straße von der Brücke bis zum Neubaugebiet Hammerwies kostet 980 980 Euro, erklärt Wolfgang Hoffmann von der städtischen Bauverwaltung 70 Anliegern in einer Versammlung. Das Land schießt 297 899 Euro zu, die Stadt übernimmt 291 938 Euro. Bleiben 391 143 Euro, die die Anlieger zu zahlen haben. Dabei richtet sich der einzelne Beitrag nach der Grundstücksfläche sowie nach der Geschosszahl.
Ein Beispiel: Ein Anlieger, der auf einem 870 Quadratmeter großen Grundstück ein Haus mit einem Vollgeschoss stehen hat, zahlt demnach rund 3500 Euro. Laut Berthold Steffes, Leiter des Tiefbauamtes, ist im Bereich des Ortskerns die Straße - allen Schäden zum Trotz - recht gut ausgebaut: Den Analysen eines Trierer Gutachters zufolge muss hier wohl nur die Entwässerung und der bituminöse Oberbau erneuert werden. Darunter verfügt die Straße wohl jetzt schon über eine ausreichend dicke und damit frostsichere Schicht.
Anders liegt die Sache jedoch bei der oberen Oberweiser Straße: Dort sei der Aufbau insgesamt nur 40 bis 45 Zentimeter dick, wo 60 Zentimeter normal sind. Das Fazit von Steffes: "Das muss alles komplett neu gemacht werden." Ingenieur Stefan Müller erklärt daraufhin den Aufbau der künftig acht Meter breiten Straße, die künftig auf jeder Seite 1,20 Meter Gehweg haben soll.
Dass der schlechte Zustand der Straße vor allem von der starken Nutzung durch Baufahrzeuge herrühre, die ein Neubaugebiet in Stahl versorgen, weist Berthold Steffes zurück: "Wie sie heute ist, würde die Straße nicht mal mehr als Anliegerstraße durchgehen." Dass sie in den 30 Jahren seit dem vergangenen Ausbau Schaden genommen habe, sei kein Wunder.
Im Publikum herrscht Verständnislosigkeit, warum man mit der Sanierung der Straße nicht bis nach Fertigstellung des Neubaugebiets warte. Steffes erklärt dazu, die Straßen werde für Schwerlastverkehr ausgebaut und halte dem Baustellenverkehr dann problemlos stand. Eine lebhafte Diskussion entsteht, als Stefan Müller mögliche Fahrbahnverengungen zur Geschwindigkeitsreduzierung erklärt. Ortsvorsteher Rudolf Rüdesheim sagt dazu, die Verengungen würden auch im Stadtrat sehr kontrovers diskutiert. Und: "Der endgültige Beschluss steht noch aus." Fahrbahnverengungen werden von der Mehrheit der im Saal Anwesenden augenscheinlich abgelehnt.
Eine Anregung aus dem Publikum, zunächst mittels mobiler Anzeigetafeln die Autofahrer an angemessenes Tempo zu erinnern, will Rüdesheim aber als Vorschlag im Stadtrat einbringen. fgg