Öko-Strom und Bio-Wärme für Camper

Oberweis · Ob die Pumpen des Schwimmbads oder die Beleuchtung der Anlage: Das Freizeitzentrum Prümtal wird mit Öko-Strom betrieben. Darüberhinaus sollen der komplette Campingplatz sowie das Freibad ab September auch mit Wärme von der Biogasanlage des Altenhofs versorgt werden.

Grüner Strom: Das Prümtal-Freizeitzentrum Oberweis bezieht Strom, der zu hundert Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird. Foto: TV-Archiv

Oberweis. Wer kampiert, der sucht die Nähe zur Natur. Damit das schöne Idyll entlang der Prüm bei Oberweis noch lange erhalten bleibt, haben die Betreiber des Prümtal-Campings einige wegweisende Entscheidungen getroffen. "Wir beziehen unseren Strom zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energiequellen", sagt Daniel Köhler, Geschäftsführer der Campinganlage.
Schluss mit Vorurteilen


Dieser Entscheidung vorausgegangen waren einige Recherchen und Kalkulationen. "Der aktuelle Vertrag ist ausgelaufen", sagt Köhler über den Beginn der Rechenspiele. Bei den Verhandlungen mit dem Energieversorger RWE kam dann auch die Sprache auf das Thema Naturstrom. "Ich dachte, das kommt für uns nicht infrage, weil es zu teuer werden würde." Da hatte sich Köhler geirrt. "Es sind nur ein paar hundert Euro im Jahr Unterschied. Das macht bei unserem Verbrauch dann nicht mehr viel aus", erklärt der Camping-Betreiber seine Entscheidung, für die kommenden vier Jahre auf CO2-freien Naturstrom zu setzen. Rund 660 000 Kilowattstunden Strom werden in dieser Zeit gebraucht. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa dem Bedarf von 120 Familien-Haushalten im Jahr.
"Wir wollen unseren Beitrag zum Naturschutz leisten und können dies auch schultern", sagt Köhler und erklärt, dass es keine Preiserhöhungen für die Camper wegen der gestiegenen Stromkosten geben wird.
Betrieben werden mit dem Naturstrom sämtliche elektrische Anlagen des Platzes wie die beiden Sanitätsgebäude, die Lichtanlage des Geländes und natürlich auch die Stromanschlüsse an den Stellplätzen sowie die Pumpen des Schwimmbades. Im vergangenen Winter haben die Köhlers eines der beiden Sanitätsgebäude komplett erneuert "Wir haben viel Wert auf Tageslicht gelegt und dort, wo das nicht funktioniert, haben wir in beiden Gebäuden energiesparende LED-Technik eingesetzt", erklärt Köhler und sagt: "Auch wenn wir jetzt Naturstrom beziehen, der beste Strom ist noch immer der, den wir nicht verbrauchen."
Der Camping-Platz-Betreiber hat ein weiteres Projekt, das nachhaltige Auswirkungen für den Betrieb haben wird. "Wir werden bald an ein Nahwärmenetz angeschlossen", sagt Köhler. Die Leitungen dafür sind bereits verlegt, auch der Wärmetauscher ist installiert.
Die Wärme kommt von der rund 1,5 Kilometer entfernt gelegenen Biogasanlage des Altenhofs. "Wir können direkt loslegen", sagt Köhler. Doch er wird sich noch etwas gedulden müssen. Der Anschluss ist für September geplant, bis dahin werden die Leitungen vom Altenhof bis zum Camping-Platz verlegt.
Nähe zum Hof macht es möglich


Investiert hat die Familie Köhler in die grüne Wärme rund 100 000 Euro, vorrangig in die Leitungen, die ab kommender Woche verlegt werden. Köhler sagt: "Das ist natürlich ein Glücksfall, dass wir den Hof in der Nähe haben, und wir sind für die natürlich auch ein guter Abnehmer, da wir ja jede Menge Wärme brauchen." Bisher wurde mit Heizöl und Gas geheizt. Damit ist nächsten Monat Schluss.
Für die Betreiber des Oberweiser Campings sind dies zwei wichtige Neuerungen gerade im Hinblick auf den kommenden Herbst. "Wir wollen die Auszeichnung als klimafreundlicher Betrieb", sagt Köhler. Naturstrom und Nahwärme gehören da einfach dazu.
Seit die Familie Köhler Anfang 2013 nach einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen Verbandsgemeinde und Ortsgemeinde die Anlage in Oberweis gekauft hat, wurden dort mehr als eine Million Euro investiert. Größtes Projekt war der Bau des neuen Sanitätshauses, das Möglichkeiten zum Duschen bietet.