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Ökostrom: 26 Eifel-Gemeinden wollen Kohle machen

Ökostrom: 26 Eifel-Gemeinden wollen Kohle machen

Ein weiteres Bündnis soll die Energiewende im Neuerburger Land voranbringen: Am 1. Oktober hat die Organisation Erneuerbare Energien Neuerburg-Land offiziell losgelegt. Mit im Boot sind 26 Gemeinden. Ein erstes Windkraft-Projekt soll schon am 18. Oktober vorgestellt werden.

Neuerburg. Von den rund 240 Windkraftanlagen, die bislang im Eifelkreis genehmigt und gebaut wurden, stehen nur 31 im Neuerburger Land. Dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird, steht außer Frage. Bund und Land wollen den Ausbau regenerativer Energien vorantreiben. Die Kommunen sind dazu aufgefordert, ihre Flächennutzungspläne zu ändern, um so beispielsweise neue Windkraftanlagen zu ermöglichen.
Gemeinden sollen profitieren


Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Neuerburg berät demnächst über einen ersten Entwurf zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans. Zudem haben die Ratsmitglieder bereits im April die Gründung der Organisation "Erneuerbare Energien Neuerburg Land" (EENL) beschlossen, eine sogenannte Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), bei der sich Kommunen beteiligen können - nicht aber Privatleute.
So soll gewährleistet sein, dass vor allem die Gemeinden vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren - beispielsweise durch die Beteiligung an einem Windkraftprojekt. Dadurch könnte auf die Erhebung von Steuern verzichtet werden, wirbt die Verwaltung.
26 der 49 Gemeinden im Neuerburger Land sind der EENL bislang beigetrete . Sie erbringen eine gemeinsame Einlage von 25 000 Euro, die sich nach der Einwohnerzahl der Ortsgemeinden verteilt. Weitere 25 000 Euro steuert die VG bei. "Die spätere Finanzierung eines Projekts richtet sich dann ebenfalls nach der jeweiligen Einwohnerzahl, nach der dann auch ein Gewinn aus dem Betrieb verteilt wird", erklärt VG-Bürgermeister Norbert Schneider. Am 18. Oktober ist die erste EENL-Sitzung vorgesehen, in der ein Vorstand gewählt werden soll.
"Natürlich haben wir auch schon Ideen", sagt der VG-Bürgermeister. "Und wir werden auch schon ein Projekt im Bereich der Windenergienutzung vorstellen." Entscheidend werde allerdings immer sein, ob sich ein Projekt wirtschaftlich darstellen lässt und ob der Verwaltungsrat grünes Licht für die Projekterarbeitung gibt, so Schneider.
Weitere Genossenschaft


Entscheidend wird aber auch sein, inwieweit das Projekt mit dem zu ändernden Flächennutzungsplan vereinbar ist. Denn auch wenn die neue AöR derzeit 26 Gemeinden und damit mehr als die Hälfte der Kommunen im Neuerburger Land repräsentiert, darf die Fortschreibung des Flächennutzungsplans nicht den Interessen der Organisation untergeordnet werden. Anders ausgedrückt: Der Plan darf nicht einfach so geändert werden, dass Windkraft zukünftig nur auf den Flächen der AöR-Gemeinden möglich ist. Hinzu kommt zudem, dass im Neuerburger Land neben der EENL auch noch eine weitere Energiegenossenschaft vom Ausbau der regenerativen Energien profitieren möchte: Die Westeifeler Erneuerbare Energien Genossenschaft