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Ohne Bahn das Bahnhofsumfeld gestalten

Ohne Bahn das Bahnhofsumfeld gestalten

BITBURG/ERDORF. Derzeit laufen die Ausschreibungen für einen Großteil der Arbeiten zur Neugestaltung des Erdorfer Bahnhofsumfelds. Seit rund zehn Jahren laufen die Planungen. 2007 sollen die Hauptarbeiten abgeschlossen werden.

Seit 135 Jahren empfängt das aus rotem Sandstein erbaute und in gotischen Stilformen ausgeführte Empfangsgebäude des Bahnhofs in Erdorf die Reisenden. Das Umfeld des pittoresken und unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes scheint hingegen aus der hektischen Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg zu stammen: Das Umfeld des Hauses macht insgesamt einen vergammelten und verwahrlosten Eindruck. Geteerte und vielfach ausgebesserte Flächen prägen das Bild. Auf den ersten Blick wird deutlich, dass dort jahrzehntelang nur Stückwerk betrieben wurde. Dieser wenig einladende Zustand soll sich eigentlich seit Jahren ändern. Im kommenden Frühjahr wird nun endlich mit den Hauptarbeiten für die attraktivere Gestaltung des Bahnhofsumfelds begonnen. Rund 1,2 Millionen Euro wird das Umgestalten des Geländes in Erdorf, das Schaffen von Parkplätzen und das Anlegen einer Buswendeschleife insgesamt kosten. Teil dieser Arbeiten ist auch, die Verkehrsführung rund um den Bahnhof neu zu ordnen. Bereits 1999 hatte die Stadt das Gelände für rund 200 000 Euro von der Bahn gekauft. Hintergrund für den Kauf der Flächen war eine landesweite Initiative, mit einem ansprechenden Bahnhofsumfeld mehr Menschen für den Schienenpersonennahverkehr zu gewinnen. Folgerichtig erklärte sich das Land dazu bereit, 85 Prozent der anfallenden Baukosten für die einzelnen Projekte zu übernehmen. Vorbereitende Arbeiten für die nun anstehenden Gewerke wie der Abriss von ungenutzten Nebengebäuden oder das Verlegen von Telekommunikationskabeln wurden bereits abgeschlossen. Nun geht es an die für alle Bahnreisenden sichtbaren Arbeiten. "Die Aufträge werden noch in diesem Jahr erteilt. Baubeginn wird dann im Frühjahr 2007 sein", sagt Berthold Steffes von der Stadtverwaltung Bitburg. Sobald die 53 Park-and-Ride-Plätze, die 16 Kurzzeitparkplätze und die fünf Parkplätze für Bahnbedienstete fertig gestellt sind, geht ein nahezu zehnjähriges Ringen um die Neugestaltung zu Ende. In den ursprünglichen Planungen war auch vorgesehen, den Hauptbahnsteig zu verändern. So sollte unter anderem auch ein behindertengerechter Zugang geschaffen werden. Diese Vorstellungen ließen sich aber nicht verwirklichen: Die Hemmnisse auf Seiten des privatisierten ehemaligen Staatsunternehmens Bahn waren zu groß. Die Abstimmung mit der Bahn sei nicht immer einfach, umschreibt Steffes die Zusammenarbeit mit den vielen Abteilungen und zuständigen Bahntöchtern. Und so wird es beispielsweise Rollstuhlfahrern weiterhin unmöglich bleiben, Bahnsteig 2 ohne fremde Hilfe zu erreichen.Kleine Lösung kann verwirklicht werden

Berthold Steffes ist angesichts der komplizierten Begleitumstände froh, dass die Stadt wenigstens die so genannte kleine Lösung verwirklichen kann. Er rechnet damit, dass die Hauptarbeiten im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Wann und ob die in den ursprünglichen Plänen eingezeichneten Verbesserungen auf dem Gelände der Bahn kommen werden, kann er nicht sagen. Veränderungen am Bahneigentum sind unwahrscheinlich, da sich das Unternehmen von der Erdorfer Immobilie trennen will. Für bahntechnische Zwecke jedenfalls wird das Gebäude nicht mehr benötigt. Die Stadt Bitburg hat derzeit auch kein Interesse, das Gebäude zu kaufen, in dem sich eine Gaststätte befindet.