Ohne Geld keine Sportlerehrung in der Eifel?

Ohne Geld keine Sportlerehrung in der Eifel?

Gehören die Sportlerehrungen des Eifelkreises Bitburg-Prüm wegen fehlender finanzieller Mittel der Vergangenheit an? Die letzte Ehrung liegt bereits fünf Jahre zurück - und es soll angesichts der Haushaltslage so schnell auch keine weitere geben, heißt es von der Kreisverwaltung. Der Sportkreisvorsitzende Peter Michaeli möchte die Tradition dagegen nicht sterben lassen.

Bitburg/Prüm. Seit über einem Vierteljahrhundert läuft Jörg Alff erfolgreich durch die Welt. Beim Nürburgringlauf belegte der "Prümer Jung", wie er sich gerne bezeichnet, den dritten Platz. Wenige Wochen zuvor wurde er Deutscher Senioren-Vizemeister über 5000 Meter. Was Alff, den es mittlerweile beruflich nach Frankfurt gezogen hat, vermisst, ist eine Sportlerehrung auf Kreisebene. "Im Eifelkreis Bitburg-Prüm kann ich mich nicht erinnern, dass ich von den Behörden einmal geehrt wurde", sagt er.
In der Tat liegt die letzte, ursprünglich im Drei-Jahres-Rhythmus durchgeführte Sportlerehrung fünf Jahre zurück. Heike Linden von der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm teilt mit: "Da diese Sportlerehrung eine freiwillige Leistung ist - und der Eifelkreis, ebenso wie die meisten Kommunen, aufgrund seiner prekären Finanzsituation seine Ausgaben im Bereich der freiwilligen Leistungen drastisch einschränken muss -, ist bis auf weiteres keine solche Ehrung geplant." Wie viel Geld der Kreis in der Vergangenheit für Sportlerehrungen ausgegeben hat, kann Linden nicht mehr sagen. Beim Kreis Trier-Saarburg, der seine erfolgreichen Sportler nach wie vor auszeichnet, sind es rund 4000 Euro (siehe Extra). Allerdings gebe es beispielsweise auch für Kulturschaffende keine besonderen Ehrungen, erklärt Linden. Aber nicht alle Sportler beklagen sich über fehlende Ehrungen. Für Hans-Theo Nieder ist dies offenbar kein allzu großes Problem: "Ich brauche so etwas nicht unbedingt. Wenn so eine Anerkennung ausgesprochen wird, ist es aber schön", sagt der 14-malige Deutsche Altersklassenmeister im Hochsprung und ehemalige Senioren-Europameister aus Herforst. Vor allem für Nachwuchssportler wäre solch eine Anerkennung allerdings eine große Motivation, räumt der erfolgreiche Athlet ein. Wohl nicht nur aus diesem Grund möchte Peter Michaeli versuchen, die Tradition der Sportlerehrungen wieder aufleben zu lassen: "Es wäre angemessen, das wieder zu machen. Nicht mehr dieses Jahr, aber vielleicht 2012." Der Sportkreisvorsitzende will jedenfalls nicht aufgeben. Er werde das Gespräch mit Landrat Joachim Streit suchen, kündigt er an. Michaeli ist optimistisch: Der Sport genieße beim Landrat einen hohen Stellenwert. teu
. Sportlerehrungen in den Nachbarkreisen: Im Vulkaneifelkreis und im Kreis Bernkastel-Wittlich gibt es keine Sportlerehrungen der Kreise. Großgeschrieben werden diese in der Stadt Trier. Der Oberbürgermeister ehrt jährlich Spitzen- und Alt-Sportler. Vom Kreis Trier-Saarburg werden alle zwei bis drei Jahre erfolgreiche Sportler und Förderer des Sports ausgezeichnet. Den finanziellen Aufwand für Plaketten und Weinpräsente für 60 bis 80 zu ehrende Sportler sowie ein Programm inklusive Imbiss beziffert Thomas Müller von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg auf rund 4000 Euro. teu

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