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Ohne Sanierung bleibt Freibad Kyllburg 2015 geschlossen

Ohne Sanierung bleibt Freibad Kyllburg 2015 geschlossen

Öffentliche Badeeinrichtungen zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie defizitär sind. Das Freibad in Kyllburg bildet da keine Ausnahme. Damit die Anlage 2015 öffnen kann, müssen dort zunächst mindestens 160 000 Euro investiert werden. Nun muss der Rat der VG Bitburger Land, sich Gedanken machen, wie es weitergehen soll.

Kyllburg. Der Zustand des Freibads Kyllburg liest sich wie der Tüv-Mängelbericht eines Schrottfahrzeugs: Die Folie der Schwimmbecken ist porös und hat Risse. Die fast 30 Jahre alte Wärmepumpe wird mit einem Kältemittel betrieben, das seit 2010 gar nicht mehr hergestellt wird. Die Badewasserfilter sind ebenfalls sanierungsbedürftig. Genau wie die Chlordosierungsanlage, die Umkleidekabinen und die Boiler der Duschen. Zudem beanstandet das Gesundheitsamt regelmäßig, dass für das Personal des Imbisses keine gesonderte Toilette mit Waschgelegenheit vorhanden ist.
So zumindest steht es in der Sitzungsvorlage zum Kyllburger Freibad, die dem Rat der VG Bitburger Land im Vorfeld der Sitzung in Malberg zugeschickt wurde. Laut Verwaltung sind Investitionen von rund 350 000 Euro notwendig. Wobei in dieser Summe die nicht mehr zeitgemäße Wärmepumpe oder aber der fehlende Sanitärraum noch gar nicht berücksichtigt wurde. Hinzu kommen noch einmal 3000 bis 4000 Euro für neue Eintrittskarten. Der derzeitige Kartenbestand sei weitgehend aufgebraucht und reiche deshalb auch nicht mehr für die kommende Saison, heißt es in der Vorlage. Die Frage ist allerdings, ob es eine kommende Saison geben wird.
"Es ist nicht beabsichtigt, zu sagen, dass das Freibad im nächsten Jahr geschlossen wird", erklärt VG-Bürgermeister Josef Junk bei der Sitzung in Malberg. Wie er selbst darüber denke, wolle er aber nicht sagen, fügt der Verwaltungschef hinzu. Nur so viel: "Wenn im nächsten Jahr geöffnet werden soll, dann ist einiges an Investitionen zu machen."
Der zuständige Sachbearbeiter Norbert Breuer sagt, dafür wären rund 160 000 Euro fällig. Und das seien auch nur die dringendsten Investitionen, so Breuer, der in diesem Zusammenhang auch auf ein weiteres Problem verweist. "Die Wärmepumpe ist eine Zeitbombe", sagt der Verwaltungsmitarbeiter. Denn da das Kältemittel aus dem Verkehr gezogen worden sei, dürften ab Januar 2015 auch keine Arbeiten mehr am Kältemittelbehälter durchgeführt werden. Sollte die Anlage also ausfallen, so ließe sich das Badewasser nur noch durch die Sonneneinstrahlung aufheizen. Die Meinung im Rat ist gespalten. Während beispielsweise der in Kyllburg lebende CDU-Fraktionschef Thomas Etteldorf dafür plädiert, für das Freibad und den angrenzenden städtischen Campingplatz eine gemeinsame Lösung zu finden und den Betrieb in der kommenden Saison auf jeden Fall zu erhalten, schlägt Ralf Mayeres von den Grünen eine Umnutzung als Naturbad (siehe Extra) vor. Nico Steinbach (SPD) dagegen will "jetzt nichts übers Knie brechen". Und so verständigen sich alle schließlich darauf, über die Zukunft des Freibads zunächst fraktionsintern zu beraten, um bei der kommenden Sitzung des VG-Rats (27. November) über die weitere Vorgehensweise abzustimmen.Extra

Die Zahl der Freibadbesucher in Kyllburg unterliegt starken Schwankungen, die nicht zuletzt mit dem Wetter zusammenhängen. Wurden 2013 rund 28 000 Gäste und 2010 sogar 30 500 gezählt, so waren es in dieser Saison gerade mal 18 000 Besucher. Entsprechend schwanken auch die Einnahmen: Knapp 30 000 Euro wurden in diesem Jahr eingenommen, 2013 waren es fast 42 000 Euro. 2010 lag das Defizit bei rund 119 000 Euro, 2011 waren es 146 000 Euro und 2012 fast 138 000 Euro (für 2013 liegt der Abschluss noch nicht vor). uhe