Oma allein zu Haus
Viele Menschen wünschen sich, im Alter möglichst lange sicher in ihrer Wohnung und dem gewohnten sozialen Umfeld zu leben. Die Caritas Sozialstation Speicher will in den Verbandsgemeinden Speicher, Irrel und Kyllburg die nötige Unterstützung dazu bieten.
Speicher. Maria S. ist 82 Jahre alt, noch rüstig und geistig fit. Sie lebt in ihrem schmucken Eigenheim alleine. Haus- und Gartenarbeit gehen ihr zwar nicht mehr so leicht von der Hand, aber sie macht es, so gut es noch geht. Und da kommt der Brief von der Rentenversicherung, den sie nicht so recht versteht und nicht weiß, ob und was sie darauf antworten soll. Jetzt könnte sie Hilfe brauchen.
In solchen Fällen will in Zukunft der Caritasverband Westeifel eingreifen und alten Menschen Unterstützung anbieten. "Die Idee für ein ‚Betreutes Wohnen zu Hause' kam mir bei der Überlegung, was ich mir wünsche, wenn ich in einem kleinen Dorf wohnte und alt wäre", sagt Monika Dondelinger, stellvertretende Geschäftsführerin des Caritasverbands Westeifel. "Einen festen Ansprechpartner wünschte ich, der mir hilft, einige Sachen zu regeln."
Die Caritas Sozialstation Speicher mit den Verbandsgemeinden Speicher, Irrel und Kyllburg fasste daraufhin den Entschluss, das Projekt anzugehen. Eine Arbeitsgruppe formulierte Ziele und Inhalte des Angebots. Menschen ohne oder mit nur geringem Pflegebedarf, die den Wunsch nach Begleitung, Unterstützung und Sicherheit im Alltag haben, sollen die Zielgruppe sein.
Aber auch Angehörige, die für die Begleitung und Versorgung ihrer Familienangehörigen Unterstützung suchen, können sich ab sofort an die Caritas Sozialstation in Speicher wenden. Denn so bleibt das vertraute soziale Umfeld in der eigenen Wohnung erhalten und die Angehörigen werden entlastet.
"Die Hilfe kommt aus einer Hand", sagt Marie Luise Glücks, die für die Konzeption des Projekts verantwortlich zeichnet. Wöchentlich eine Stunde Hausbesuch von den Mitarbeiterinnen Martha Reiter und Maria Frydrych ist dabei vorgesehen. In der Praxis soll das so aussehen: Einfach mal nach dem Rechten schauen, mit den alten Menschen spielen, gemeinsam Friedhofsbesuche abstatten, nur ein Gespräch halten, Behördenangelegenheiten klären, Friseur- und Fußpflege vermitteln oder auch die Nachbarn um Hilfe bei kleineren Reparaturen bitten und vieles mehr.
Die geschulten Mitarbeiter der Caritas dokumentieren jeden Besuch, "so dass auch Veränderungen im Verhalten der Menschen festgestellt werden können", sagt Maria Mues, Einsatzleiterin des Projekts. Die Kosten richten sich nach der Häufigkeit des Besuchs beziehungsweise der Anzahl der Besucher. Aber es gibt auch Grenzen des Angebots: Eine 24-Stunden-Betreuung ist nicht vorgesehen, ebenso keine Betreuung demenz-erkrankter Menschen.
Informationen bei Monika Weimann, Leiterin der Sozialstation, oder Maria Mues, Telefon 06562/2071. E-Mail: sozialstation@speicher.caritas-westeifel.de