Opportunismus pur

Zum Bericht "Kein Nachtflug über Bitburg" (TV vom 20. Dezember):

Die Liste Streit will den Antrag stellen, dass der Stadtrat Bitburg seine Mitglieder in der Flugplatz Bitburg GmbH anweisen soll, sich dort für ein Nachtflugverbot einzusetzen. Offensichtlich setzt sie bei dieser wundersamen Richtungsänderung auf die Vergesslichkeit vieler.Rückblick 1997: Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters. Kandidat Streit bezieht eindeutig Position gegen Nachtflug auf dem Flugplatz Bitburg und wird mit vielen Stimmen von Nachtflug-Gegnern Bürgermeister. 1999: Streit wird Fraktionssprecher der FWG im Kreistag. Michael Billen (CDU), Marie-Luise Niewodniczanska (FDP) und Streit unterzeichnen eine Koalitionsvereinbarung. Im TV vom 15. Juli 1999 heißt es: "Die Koalition will die umfassende fliegerische Nutzung des Bitburger Flugplatzes auf der Basis bisheriger Beschlüsse baldmöglichst erreichen. Das sei ein Versuch auf zehn Jahre, erläutert Streit, der sich persönlich früher gegen Nachtflug ausgesprochen hatte." Seitdem stimmen Joachim Streit sowie sein FWG- und Liste-Streit-Kollege Rudolf Rinnen bei jeder Abstimmung im Kreistag und in der Regel auch im Stadtrat für einen Flugplatz mit Nachtflug. Die gesamte FWG-Fraktion votiert 2001 für den Beitritt des Kreises zur Flugplatz Bitburg GmbH und erhält dafür von der CDU einen Sitz im Aufsichtsrat.Im September 2007 stimmt die Mehrheit der Liste Streit mit Joachim Streit und Rudolf Rinnen für den Beitritt der Stadt zur Flugplatz Bitburg GmbH. Entnervt legt der langjährige Fraktionssprecher der Liste Streit und Flugplatzgegner Peter Berger sein Amt nieder. Vier Wochen später kündigt sein Nachfolger Willi Notte den jüngsten Antrag an, und Joachim Streit erklärt: "Ich war und bin gegen Nachtflug."So einfach ist Opportunismus. Denn es ist nicht mehr als Anbiederung. Für den Fall, dass der Stadtrat dem Antrag zustimmen sollte: In der Gesellschafter-Versammlung der Flugplatz GmbH bleibt er folgenlos. Denn die Führung der Bitburger Flugplatzbetreiber hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass für sie der Nachtflug — auch mit allerschwerstem Fluggerät — ein elementarer, unverzichtbarer Bestandteil einer Genehmigung ist. Und das wissen die Mitglieder der Liste Streit.Ludwig Kewes, Esslingen,Vorsitzender Bürger gegen Nachtflug FlUGPLATZ BITBURG