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Optimismus nach schwerem Beginn

Optimismus nach schwerem Beginn

Die Hallschlager Bauernfamilie Collas baute vor zwei Jahren den größten Kuhstall in Rheinland-Pfalz (der TV berichtete). Vor genau einem Jahr zogen die Tiere im Neubau ein, seitdem läuft der Milchbetrieb. Die ersten zwölf Monate waren nicht einfach, sagt Walter Collas.

Hallschlag. Das Projekt machte landesweit Schlagzeilen: Für etwa drei Millionen Euro bauten Andrea und Walter Collas am Ortsrand von Hallschlag ihren großen, mehr als 100 Meter langen, 36 Meter breiten und elf Meter hohen Stall für 400 Kühe. Im Sommer 2010 zog der Betrieb mit den bereits vorhandenen Tieren aus dem Dorf um, kaufte etwa 230 Kühe hinzu und begann mit der Arbeit. Die Familie beschäftigt inzwischen drei fest angestellte Mitarbeiter, hinzu kommen ein Lehrling und drei Aushilfen.Es war ein Jahr der schwierigen Erfahrungen, zumal beim Start der Milchpreis noch bei erbärmlichen 20 Cent für\'s Kilogramm lag. Manches sei zwar viel einfacher gelaufen als er befürchtet hatte, sagt Walter Collas, "aber es ist kein Spaziergang, kein Zuckerschlecken. Sondern harte Arbeit." Zwar sei jetzt auf dem Hof alles klar organisiert und zwischen den Mitarbeitern auch bestens aufgeteilt - aber durch die große Zahl der Tiere falle einfach viel mehr Pflege an: Was er bei der intensiveren Betreuung der Tiere alles machen müsse, "geht schon mehr in Richtung Tierarzt. Die Kuh ist ein Lebewesen. Und da muss sich drum gekümmert werden."400 Kühe leben im gleichen Stall

Die neuen Tiere wurden im Alter von etwas mehr als zwei Jahren gekauft - kurz nachdem sie erstmals gekalbt hatten. Und sie lieferten zunächst noch nicht die Milchmengen, die Collas braucht, um Geld zu verdienen. Inzwischen gebären die meisten zum zweiten Mal, seit Juni gebe es Tage, an denen gleich fünf Kälber auf die Welt kommen. Die Leistung beginnt ebenfalls zu steigen, weil die Tiere noch gewachsen sind und inzwischen mehr Futter verarbeiten können. Und der Milchpreis liege immerhin heute bei etwa 32 Cent - auch das hilft. Mehr als 380 Kühe leben mittlerweile im Stall. Wenn alle gekalbt haben, schätzt Collas, werde er im Herbst die vorgesehenen 400 Tiere unter dem Dach haben.Vorher aber wird gefeiert: Am Sonntag, 31. Juli, ist Tag des offenen Hofs in Hallschlag, in Zusammenarbeit mit dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau und allen landwirtschaftlichen Verbänden im Vulkaneifelkreis, mit Geschäftspartnern, Vereinen und der Jugendgruppe im Dorf. Der Präsident des Landesverbands, Leo Blum, wird neben viel kommunaler Prominenz ebenfalls nach Hallschlag kommen.Andrea Collas verspricht einige Glanzlichter, darunter Hubschrauberflüge (38 Euro für Erwachsene, 32 Euro für Kinder), die Milch-Union Hocheifel spendiert einen Rundflug im Heißluftballon, der bei einem Wettbewerb der Hallschlager Jugendgruppe zu gewinnen ist. Außerdem präsentieren Künstler aus der Eifel ihre Arbeiten in einer Ausstellung. Weitere Angebote: ein sogenanntes "Quarter Jump"-Trampolin, Bullenreiten, eine Strohrutsche, ein umfangreiches Programm für Kinder und unter anderem ein "Kuh-Schaulaufen", inklusive einer Demonstration, wie ein Tier für solch einen Auftritt auf dem Rinderlaufsteg vorbereitet wird: "Da kann man dann einmal sehen, wie eine Kuh gestylt wird", sagt Andrea Collas. Allerdings sind bei einer Modenschau auch schön gestylte Zweibeiner zu sehen. Außerdem: Landwirtschaftsmesse, Jahrmarkt, viel Musik mit dem MV Hallschlag-Scheid und drei Bands, die bis in den Abend spielen werden. Was an diesem Tag bei einigen Angeboten an Erlösen zusammenkommt, wird der Jugendgruppe Hallschlag und der Grundschule Stadtkyll zur Verfügung gestellt. Beginn ist um 10.30 Uhr, das Programm endet um 18 Uhr, wenn Who\'s Next zum Ausklang spielen. Das vollständige Angebot findet man im Internet unter offenerhof.de