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Orenhofen bekommt wieder Busanschluss, der ist aber ausbaufähig

Gemeinde fordert Wochenend- und Morgenfahrten ein : Orenhofen kämpft weiter für bessere Busanbindung

Seit Ende 2019 ist Orenhofen vom Busverkehr weitestgehend abgeschnitten. Nun soll 2022 zwar der Anschluss ans Linienbündel Waldeifel kommen. Die Pläne allerdings überzeugen im Dorf nicht unbedingt.

Gut 30 Kilometer liegen zwischen Orenhofen und Trier. Wer die Strecke aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen will, muss eineinhalb Stunden einplanen. Denn seit im Herbst 2019 die Linie 231 gestrichen wurde (siehe Info), ist die Stadt nur noch über Umwege zu erreichen. Und daran, das zeigt ein Blick auf die Pläne für das Linienbündel Waldeifel, wird sich wo auch nichts ändern.

„Die direkte Verbindung nach Trier können wir haken“, meint Ortsbürgermeister Wolfgang Horn (SPD): „Der Zug, oder besser gesagt: der Bus, ist abgefahren.“ Stattdessen sollen die Bürger am Bahnhof Speicher oder Auw an der Kyll aus dem Bus aus- und in den Zug Richtung Trier einsteigen. Ein ziemlicher Umweg.

Doch das ist nicht einmal der größte Kritikpunkt, den die Orenhofener an den Fahrplanentwürfen haben, die ab Dezember 2022 die Grundlage für das Linienbündel sein sollen. „Wir haben auch festgestellt“, sagt der Dorfchef, „dass am Wochenende gar keine Fahrten geplant sind.“ Und auch eine frühmorgendliche Anbindung für Berufspendler fehle, ärgert sich Horn: „Das geht gar nicht.“

Und so regt sich in der Gemeinde erneut Widerstand gegen den Verkehrsverbund Region Trier und die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. Bereits 2019, nachdem bekannt wurde, dass die Linie 231 wegfallen sollte, sammelten die Bürger 400 Unterschriften für deren Erhalt (siehe Info).

Später gründete sich sogar ein Arbeitskreis, der seither für einen besseren ÖPNV kämpft (der TV berichtete). Jetzt hat Horn in dessen Namen einen weiteren Katalog mit Forderungen an die zuständigen Stellen geschickt. Mit Aussicht auf Erfolg?

Für die Direktanbindung nach Trier sieht es jedenfalls wirklich schlecht aus, wie auf TV-Anfrage zu erfahren ist. „Die Gemeinden in der Umgebung von Speicher liegen verkehrsgünstig nahe der Bahnstrecke Trier – Köln und sollen daher an die Bahn angeschlossen werden, anstatt parallele Busverkehre vorzuhalten“, erklärt Felix Klormann vom Verkehrsverbund.

Orenhofen soll stattdessen künftig von den Linien 438 und 439 angefahren werden. Die 438 soll von Auw nach Bitburg führen, die 439 von Auw nach Speicher. Etwa jede Stunde kämen die Bürger also zu den Bahnhöfen.

Der Pferdefuß: Beide Linien würden, nach aktueller Planung, nur montags bis freitags verkehren, von 6.30 bis 21 Uhr. An den Wochenenden soll Orenhofen „gegebenenfalls über einen Rufbus angebunden werden“, schreibt Klormann. Und das sei nicht genug, findet Horn.

Dennoch argumentiert man beim VRT: „Das Angebot stellt insgesamt eine deutliche Ausweitung und Verbesserung gegenüber dem derzeit gültigen Fahrplan dar.“ Auch wenn bestimmte Verbindungen für den ein oder anderen vielleicht nicht so günstig ausfielen.

Pressesprecher Klormann rechnet vor: Die Fahrzeit von Orenhofen nach Trier werde ab Dezember 2022 über den Bahnhof Auw circa 43 Minuten betragen. Über den Bahnhof Speicher wären es eine Stunde und 10 Minuten. Dagegen betrug die Fahrzeit auf der Linie 231 bis August 2019 etwa 54 Minuten. Außerdem sei der Bus seltener gefahren.

„Klar fahren die Busse künftig häufiger und die Anbindung wäre in Ordnung“, meint Ortsbürgermeister Horn. Zumindest mit den fehlenden Wochenendfahrten wollen die Orenhofener sich aber nicht abfinden. Und die Chancen stehen auch gar nicht schlecht, dass sich bei den Plänen was tut.

Denn der Fahrplan für die „Waldeifel“ ist noch nicht in trockenen Tüchern. Das Linienbündel ist in der „Vorabbekanntmachung“, wie es im Behördendeutsch heißt. Das Busnetz wird also wohl erst Ende 2021 ausgeschrieben. Und bis dahin könnten die Linien, sagt Klormann, auch noch angepasst werden.

„Alle vom Busnetz Waldeifel umfassten Gemeinden werden nach Vorlage eines ersten Ausschreibungsfahrplanes um Anregungen und Verbesserungsvorschläge gebeten“, schreibt der VRT-Sprecher. Erst danach würden die Pläne den kommunalen Gremien, wie dem Kreitag und dem ÖPNV-Ausschuss, zur Abstimmung vorgelegt.

Möglich, dass sich bis dahin noch andere Gemeinden rühren. Derzeit stimmt die Verwaltung der VG Speicher nämlich auch mit den weiteren Orten im Linienbündel, wie etwa Herforst oder Beilingen ab, was sich verbessern ließe. „Ich denke also“, sagt Horn, jetzt doch zuversichtlich: „ Wir sind auf einem guten Weg.“