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Orenhofen schafft Platz im Westen

Orenhofen schafft Platz im Westen

Die Gemeinde Orenhofen will neues Bauland gewinnen und legt sich dafür ordentlich ins Zeug: Rund 940 000 Euro werden derzeit in ein Wohngebiet mit 42 Baugrundstücken investiert.

Orenhofen. Viele Gemeinden überlassen das Erschließen von Neubaugebieten inzwischen lieber privaten Investoren. Für die Orte hat das den Vorteil, dass sie bei den Kosten nicht in Vorlage treten müssen, aber auch den Nachteil, dass sie letztendlich an dem Neubaugebiet nichts verdienen. Allerdings picken sich Privatunternehmer in der Regel nur die Rosinen raus, womit sich die Frage einer privaten Erschließung mangels Interesse oft gar nicht erst stellt.
Bauen ab September möglich


In Orenhofen könnte das unter Umständen anders sein. Denn laut Ortsbürgermeister Walter Schönhofen sind die beiden letzten Neubaugebiete recht schnell vermarktet worden. In Schönhofens Gemeinde scheint es also eine Nachfrage nach Bauland zu geben. Was auch der Grund ist, warum dort derzeit mit der Erschließung eines weiteren Neubaugebiets begonnen wurde. Und weil sich die Gemeinde in der Lage sieht, dieses Projekt zu schultern, nimmt sie es auch selbst in die Hand.
Rund 940 000 Euro investiert Orenhofen in die Erschließung des Neubaugebiets "Auf Baul" im Westen der Gemeinde. Insgesamt handelt es sich dabei um eine Baufläche von 38 000 Quadratmetern, von denen rund 35 000 Quadratmeter in Gemeinde- und der Rest in Privateigentum sind. 42 Baugrundstücke sind insgesamt geplant. 32 gehören davon der Ortsgemeinde, die mit Grundstückspreisen von rund 60 Euro pro Quadratmeter rechnet. "Ganz genau sind die Preise noch nicht festgesetzt", sagt Schönhofen, doch werde es sich um plus/minus zwei, drei Euro in diesem Bereich bewegen.
"Wenn die Wetterlage stabil bleibt, dann müsste die Baufirma im September fertig sein, so dass dann die ersten Bauherren loslegen könnten", sagt Uwe Marx von der Bauabteilung der VG-Verwaltung Speicher. Angesichts der guten Infrastruktur und der stabilen Einwohnerzahl in Orenhofen ist Marx davon überzeugt, dass die Investition in das Neubaugebiet durchaus sinnvoll ist - und Schönhofen erst recht. "Wir haben bereits 16 Anfragen für Grundstücke", sagt der Gemeindechef. Und diese kämen sowohl aus dem Ort als auch von außerhalb. Dass die Nachfrage so groß ist, begründet Schönhofen vor allem mit der Nähe zum Kindergarten. Für junge Familien sei die Lage ideal, fügt er hinzu.
Trotz großer Nachfrage gibt es allerdings nicht nur Befürworter des Neubaugebiets. Das Genehmigungsverfahren und die Planung hätten sich in die Länge gezogen, da einige Anwohner gegen das Projekt gewesen seien, sagt Schönhofen.
Und so sei beim Oberverwaltungsgericht Koblenz auch eine Normenkontrollklage eingereicht worden mit dem Ziel, das Genehmigungsverfahren auf seine Rechtmäßigkeit zu prüfen. Allerdings hätten die Richter im Sinne der Gemeinde entschieden und damit die Klage schließlich abgewiesen.