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Ostern in der christlichen Kirche

Ostern in der christlichen Kirche

Von Gründonnerstag bis Ostersonntag feiert die christliche Kirche Tod und Auferstehung Jesu. Der Glaube an ein Leben nach dem Tod ist ein zentrales Thema im Christentum.

Bitburg. Die Auferstehung Jesu und das Leben nach dem Tod sind die Grundlagen in der christlichen Religion. Deshalb ist Ostern für die christliche Kirche das wichtigste Fest, obwohl Weihnachten als Familienfest größer gefeiert wird. "Ein Grund dafür könnte sein, dass es emotional ansprechender ist, in eine Krippe zu schauen als auf einen gemarterten Körper am Kreuz", sagt Thomas Weber, Pfarrer der Liebfrauenkirche Bitburg.

Ostern beginnt mit Gründonnerstag. Das letzte Abendmahl vor der Kreuzigung Jesu ist ein Aufruf, Notleidende in dieser Welt nicht zu vergessen.

Am Karfreitag wird an den Tod Jesu am Kreuz erinnert. Die christliche Glaubensgemeinschaft trifft sich an der Liebfrauenkirche und pilgert betend durch die Stadt bis zum Friedhof Kolmeshöhe. Die Kreuzwegstationen Jesu sind ein Vergleich zu Krieg und Leid. Die Darstellung des Kreuzes hat immer einen Bezug zur Gegenwart. So wird in Zeiten der Pest Jesus am Kreuz mit Pestbeulen dargestellt. Als Kritik am ersten Weltkrieg malte George Grosz Jesus mit einer Gasmaske am Kreuz.

Bis zum vierten Jahrhundert war die Kreuzigung im römischen Reich eine äußerst demütigende Todesstrafe für Sklaven und Staatsfeinde, die keine römische Staatsbürgerschaft besaßen. Der Tod dauerte Tage und war besonders qualvoll. Die Gekreuzigten durften nicht begraben werden und hingen am Kreuz, bis Körperteile verwest herunterfielen. "Als Zeichen von Respekt ließ der römische Statthalter Pilatus Jesus vom Kreuz nehmen und bestatten", so steht es in der Bibel, sagt Weber. Trotzdem wurde der Leichnam nie gefunden.

Die Auferstehung Jesu beginnt mit der Osternachtfeier am Samstagabend. Am Rathausplatz wird um 20 Uhr ein Feuer gemacht und gesegnet. Von diesem Feuer wird die Osterkerze angezündet. Für Christen ist die Ostermesse immer wieder ein neues Glaubensbekenntnis.

In der urchristlichen Kirche wurde nur in der Osternacht getauft. "Der Grund meines Lebens ist Jesu Christi. Ich nehme das Leben so, wie es kommt, und das Beste kommt zum Schluss, nämlich nach dem Tod", erklärt Weber.

Auch die Ostereier haben eine lange Tradition. Eier waren im Mittelalter ein wertvolles Lebensmittel und in der Fastenzeit verboten. Die gesammelten Eier aus 40 Tagen wurden an Ostern zum Essen freigegeben und rot gefärbt. Das Ei als Sinnbild für Leben und Tod. Der Ostermontag ist heute nur noch ein zusätzlicher Feiertag.