Ostern: Warum wir ohe Eier nicht können

Alles über Ostereier : Was gluckst du?

Huhn und Lämmchen: Zwei wichtige Akteure zu Ostern. Die schauen wir uns mal an. Und wünschen ein frohes Fest. Mit vielen Eiern.

Ihrer Hühner, schrieb Wilhelm Busch, waren drei – und ein stolzer Hahn dabei: Wir wissen alle, dass Witwe Boltes Geflügelidyll dann von Max und Moritz, den schlimmen, verhaltensauffälligen Fingern, zerstört wird. Jedes legt noch schnell ein Ei, und die Sache ist vorbei.

Vergangenheit. Heute sind ihrer Hühner schon lange nicht mehr drei, selbst dreitausend lohnen sich kaum, die Hühnerbarone setzen auf noch größere Einheiten.

Auch bei uns: Allüberall auf den Eifelhöhen entstehen neue Ställe, auch weil der Bauer damit besser Geld verdienen kann, und das soll er ja auch: In Ormont, in Sellerich, in Winringen, weitere gibt’s in Euscheid (wenn das „u“ ein „i“ wäre, würd’s noch besser passen), in Habscheid, in Metterich. Und in vielen weiteren Eifeldörfern werden täglich viele Tausend weitere Eier gelegt, verpackt, verschickt. Ei und Eifel, das gehört zw-Ei-fellos zusammen und ist längst zur Marke geworden.

Weil wir alle so viele Eier verputzen. Mal gilt das als gesund, dann wieder nicht (Cholesterin, Hilfe!), dann kommt wieder eine neue Studie um die Ecke, die alles über den Haufen wirft. Aber aktuell ist ja eher der Zucker das Böse und das Ei, jedenfalls bis auf w-Ei-teres, rehabilitiert.

Also kommen wir lieber nicht ins Eiern. Lassen uns den Spaß am Genuss nicht verderben von den Miesepetern, ob gebraten, gekocht, gerührt oder pochiert (vom Französischen „poche“, Tasche. Das ist, wenn man ein Ei aufschlägt und in köchelndes Essigwasser flutschen lässt. Das Weiße legt sich dann um das Gelbe wie eine Tasche. Nennt man auch „verlorene Eier“).

Also, schmecken lassen. Auch und gerade in der Eifel. Und dort – die Landesumweltministerin ist dieser Tage wieder auf einigen Höfken, pardon, Höfen erschienen, um genau das zu proklamieren – machen sie das gut. Unter strenger Kontrolle. Geben ihrem Geflügel artgerechtes Futter, lassen die Tiere raus, wann sie wollen, bieten ihnen Platz, auch wenn sie drinnen in den Ställen Bürzel an Bürzel sitzen. Aber das tun die Hühner ja auch, weil sie das mögen. Und sich gegenseitig wärmen, womit sie uns Menschen ein schönes B-Ei-spiel für ein besseres Mit-Ei-nander liefern in dieser herzlosen Zeit.

Klar, bei Witwe Bolte hatten es die drei Hühner schöner. Bis diese zwei Typen kamen. Aber würden wir nicht alle so viele Eier verzehren, bräuchten wir auch die großen Ställe nicht.

Da kommen sie: frisch gelegte Eier. Foto: Fritz-Peter Linden

Und jetzt ist Ostern. Ein Fest, an dem das Ei von uns verehrt und zelebriert wird. Geschmückt, bemalt, versteckt. Es steht für das Leben, für die Fruchtbarkeit (auch wenn früher die katholische Kirche und ihre Prügelpastoren mit allem, was infolge der Fruchtbarkeit so an Aktivität anfällt, ja ihre Probleme hatten. Hätten die verängstigten Schäflein doch damals nur geahnt, was da später noch alles rauskommt). Wir hingegen, wir sollten es f-Ei-ern. Die Eierlage in der Eifel, sie ist nämlich gut.

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