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Packender Rennsport statt Tennis

Packender Rennsport statt Tennis

Ein neues Freizeitangebot für Väter und ihre Söhne - vielleicht ja auch für Mütter mit ihren Töchtern - dürfte bald in Hellenthal angeboten werden. Auf zwei nicht mehr genutzten Tennisplätzen in der Nähe der Staumauer der Oleftalsperre, gegenüber dem Unternehmen Stocko, soll ein Rennparcours für ferngesteuerte Modellautos entstehen.

Hellenthal. "Wir richten eine Rennstrecke für Elektroautos im Maßstab 1:10 ein", erläutert der Dreiborner Jürgen Riebe. Er ist zweiter Vorsitzender und Schriftführer des neuen Vereins "MAC Eifel Elos", der sich im Januar in Hellenthal gegründet hatte. "Das lief alles durch Mundpropaganda. Wir kennen uns ohnehin alle von anderen Vereinen", berichtete Riebe. Derzeit habe man 16 Mitglieder.Riebe arbeitet beim Unternehmen Stocko. Er hatte mitbekommen, dass der benachbarte Tennisverein über zwei brachliegende Felder verfügt. "Da wir dringend ein entsprechendes Gelände suchten, haben wir den Kontakt zum Verein aufgenommen." Reiner Trösch vom Tennisclub erläutert, sein Verein habe immer weniger Mitglieder. Das habe demografische Gründe, außerdem sei Tennis heutzutage nicht mehr so en vogue wie in der Vergangenheit. Deshalb stieß das Anliegen der Modellbau-Bastler auf offene Ohren.Die RC-Fans können nun zwei Plätze anmieten. Diese werden mit einer Walze geebnet und mit einem wasserdurchlässigen Teppich versehen. "Wir arbeiten mit Kunstrasen, der auch auf Sportplätzen oder Reitflächen genutzt wird", erläutert Riebe. Der Rasen werde mit Quarzsand eingekehrt. Danach entsteht dann ein Renn-Parcours. "Die Streckenbreite gibt uns der Deutsche Modellbauclub vor", sagt Riebe.Modelle ab 250 Euro

Über den Daumen gepeilt müssten die Modellbauer wohl bis zu 5000 Euro in die Rennanlage, die in der Region einzigartig wäre, investieren. Es gibt die unterschiedlichsten Renn-Modelle: Einige sind front-, andere heckangetrieben. Auch die Motoren haben unterschiedliche Stärken. Das Hobby sei nicht immens teuer, sagt Riebe. So könne ein Einsteiger bereits mit einem Modell für 250 Euro dabei sein, nach oben gebe es allerdings keine Grenze. Gesteuert werden die Fahrzeuge via Digitalfunk im 2,4 Gigahertz-Bereich.Die Tennisplätze befinden sich auf einer Fläche, die die Gemeinde vom Ahrenbergischen Forstamt angemietet hat. Das hatte zunächst Bedenken, als es von dem Vorhaben der Modellbauer erfuhr. Als aber klar war, dass keine stinkenden und lärmenden Benzin-Motoren über die Piste knattern sollen, sondern dass hier leise Elektromobile gegeneinander antreten werden, konnte man sich mit der Idee anfreunden."Die Elektroautos hört man gar nicht. Bei Veranstaltungen kriegt man höchstens mal Ooohs, Aaahs und Uuuhs zu hören. Uns wurde gesagt: ,Euer Ploppen macht die Leute mehr verrückt als unsere Rennen‘", berichtet Reiner Trösch vom Tennisclub.Die Modellbauer könnten das Clubhaus, den Pavillon und die gesamten sanitären Einrichtungen des Tennisclubs mitnutzen, müssten sich dafür natürlich an den Kosten beteiligen.Erster Vorsitzender des Vereins ist Stephan Elgas aus Prüm, Kassenwart ist Dennis Schröder aus Monschau. mac-eifel-elos.de