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Pädagoge, Lebensretter, Wasserwart

Pädagoge, Lebensretter, Wasserwart

Seit 25 Jahren arbeitet Rainer Raskopp als Schwimmmeister in den Bädern der Verbandsgemeinde Prüm. Mit dem TV sprach der gebürtige Prümer über seinen abwechslungsreichen Beruf, die bislang gute Sommersaison und erzählt Anekdoten abseits des Beckenrandes.

Prüm. Für das Foto fahren wir in das an diesem Tag geschlossene Freibad. In Prüm hat, je nach Wetterlage, das Außen- oder das Hallenbad geöffnet. Heute ist es eher kühl und regnerisch, doch zuvor gab es vier Wochen Sonne am Stück - ein seltener Glücksfall in der eher nicht sonnenverwöhnten Eifel. "Wir hatten jetzt schon 10 000 Besucher im Freibad", sagt Rainer Raskopp, Schwimmmeister in den Prümer Bädern - und das seit 25 Jahren.

Der 46-Jährige hat schon als Schüler im Schwimmbad ausgeholfen und war Mitglied in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). "Ich hatte schon immer einen Bezug zum Wasser, und als im Raum Prüm ein Schwimmmeister gesucht wurde, habe ich mich beworben", erzählt Raskopp. Da war er bereits gelernter Gas- und Wasserinstallateur. Er schulte um zum Schwimmmeistergehilfen, anschließend besuchte Rainer Raskopp die Meisterschule in Saarbrücken.

Schwimmmeister sei vor allen Dingen ein sehr verantwortungsvoller Beruf, sagt er. Neben dem Badebetrieb müsse er auf die Sauberkeit des Wassers achten, die komplette Technik betreuen, auch mal eine Pumpe reparieren, Wasserproben ziehen, Filter überwachen und auf die Einhaltung der Baderegeln achten.

Nicht immer ein Vergnügen: "Der Respekt gegenüber uns Schwimmmeistern ist nicht mehr so gegeben", beobachtet er. "Früher musste man nur mal groß gucken, um für Ordnung zu sorgen, heute reicht das nicht mehr. Da muss man zum Teil auch Pädagoge sein." Ras-kopp beobachtet einen Werteverfall in der Gesellschaft. Das Freibad gleiche nach Feierabend regelmäßig einer Müllkippe, da manche einfach alles stehen und liegen lassen. "Diese Gleichgültigkeit - das nervt", sagt er. Doch die schönen Seiten seines Berufs überwiegen. Dazu gehören zum Beispiel die Schwimmkurse für Kinder und Erwachsene. Im Gegensatz zu manchen Städten, wo man händeringend Schwimmschüler sucht, gibt es in Prüm eine lange Warteliste. "Die Nachfrage ist immens", bestätigt Raskopp, der schon rund 1600 Kindern das Schwimmen beigebracht hat. Auch Aquajogging oder Aquaaerobic liegen im Trend.

Prümer Bad ist gut besucht



Überhaupt sei das Prümer Bad sehr gut besucht. Bis zu 15 000 Besucher kommen in einer guten Saison ins Freibad und bis zu 9000 Besucher schwimmen im Hallenbad. Da kommt es schon mal zum Schwimmstau zwischen den Langstreckenschwimmern und den Aquajoggern, sagt er und lacht. Der Kontakt zu den Menschen und die Vielseitigkeit sind es, was ihm an seinem Beruf so gut gefällt. Da nehmen er und seine Familie auch in Kauf, dass in den Sommerferien Urlaubssperre ist.

In 25 Jahren ist natürlich auch viel passiert. So taufte eine christliche Glaubensgemeinschaft im Schwimmbad eine Frau. Besonders war auch eine Modenschau im Hallenbad, bei der die Modelle über einen schwimmenden Laufsteg flanierten. Aber auch schlimme Ereignisse warfen Schatten, die Raskopp so schnell nicht vergessen kann. So zum Beispiel der Tod eines Mannes, der im Whirlpool einen Herzinfarkt erlitt und nicht wiederbelebt werden konnte.

Und in seiner Freizeit macht ein Schwimmmeister was? "Zweimal die Woche Schwimmen gehen", sagt Raskopp, der aber auch ein großes Faible für Musik hat. So spielt er Tenorhorn im Prümer Musikverein, wo er zweiter Vorsitzender ist und das Jugendorchester dirigiert. Und im Urlaub hat er eine Chlorallergie? Rainer Raskopp: "Man glaubt es kaum, aber ich gehe auch im Urlaub gerne schwimmen."

Extra Öffnungszeiten: Je nach Wetterlage haben Waldfrei- oder Hallenbad geöffnet. Das erfährt man entweder unter der Telefonnummer 06551/2199 oder im Internet unter www.pruem.de. Das Freibad ist von 10 bis 19.30 Uhr geöffnet. Um 18 Uhr wird der Sprungturm geschlossen, und die Schwimmer haben mehr Platz. (sn)