Parken in Bitburg - ohne Knöllchen

Aus dem Archiv Mai 2016 : Parken in Bitburg - ohne Knöllchen: Geschäftsfrau fordert Brötchentaste

Normalerweise sind Bürger nicht begeistert, wenn etwas, das es bisher umsonst gab, auf einmal Geld kostet. Bei den 100 Parkplätzen rund um die Innenstadt, die nun gebührenpflichtig sind, ist das anders. Viele Besucher finden das sogar gut. Doch natürlich gibt es auch Kritik – zuletzt in der Versammlung des Gewerbevereins.

Der Vorher-Nachher-Vergleich macht klar, warum es keinen Aufschrei gab, als der Stadtrat Ende 2015 entschieden hatte, auf 100 Parkplätzen rings um die Innenstadt Gebühren zu erheben. Diese Plätze waren fast immer von Dauerparkern blockiert, die alle zwei, drei Stunden die Parkscheibe weitergedreht hatten. Jetzt, wo das Parken 20 Cent für zehn Minuten kostet, finden die, die mal schnell was erledigen wollen, eigentlich immer einen Platz. Und die Stadt rechnet mit zusätzlichen Einnahmen von rund 100.000 Euro im Jahr. Alles in allem eine runde Sache. So jedenfalls sieht es Bürgermeister Joachim Kandels, der das Thema im Gewerbeverein kurz streifte. Seine Idee: "Die Händler könnten doch ihren Kunden einen Teil der Parkgebühren erstatten."

Einen anderen Vorschlag machte Apothekerin Ilse Neumann, die die Parksituation nicht ganz so glücklich findet: "Es gibt immer wieder Kunden, teils auch solche, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, die Strafzettel zahlen müssen, obwohl sie ihr Auto nur mit ein, zwei Minuten Verspätung erreichen." Dem Eindruck, dass die Politessen besonders stramm kontrollieren würden, widerspricht Kandels. Aber natürlich müsse kontrolliert werden. Sonst machen die Gebühren keinen Sinn.

"Was vielen Kunden helfen würde, wäre eine Brötchentaste, wo man eine halbe Stunde kostenlos parken kann", sagt Neumann, die sich fragt, warum das nicht gleich eingeführt wurde. Die Stadt habe mal Ärger mit dieser Tastenfunktion gehabt, weil nachts wiederholt so lange auf die Brötchentaste gedrückt wurde, bis das Papier leer war. Derartige "unsachgemäße Nutzung" habe zu hohen Reparaturkosten geführt, erklärt dazu Kandels, der die Idee einer Brötchentaste grundsätzlich gut findet.
Nun will der Gewerbeverein sich noch mal förmlich zu dem Thema in einem Schreiben äußern und den Stadtrat offiziell bitten, das Thema Brötchentaste noch mal zu überdenken.

Braucht Bitburg eine Brötchentaste? Mailen Sie uns Ihre Meinung in wenigen Sätzen an eifel@volksfreund.de (Name und Wohnort nicht vergessen).

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