Parteijugend will mehr Transparenz in der CDU

Parteijugend will mehr Transparenz in der CDU

Die CDU im Eifelkreis trifft sich am 14. April in der Bitburger Stadthalle - unter anderem, um einen neuen Kreisvorstand zu wählen. Und auch einige Mitglieder der Jungen Union wollen künftig an der Spitze mitmischen.

Bitburg. Wenn die Eifeler CDU sich am Samstag, 14. April, zum Kreisparteitag in der Bitburger Stadthalle trifft, werden Christian Jäger, Alexander Neuhaus, Thomas Brück und Tobias Marx mit Sicherheit dabei sein. Am 14. April wählt der Kreisverband seinen neuen Vorstand - und da wollen die vier Männer aus der Jungen Union rein. Zu wählen sind insgesamt 19 Positionen: der Vorsitzende, seine zwei Stellvertreter, ein Schatzmeister sowie 15 Beigeordnete.
Mit der jetzigen Situation im Kreisverband sind die jungen Männer nicht zufrieden. "Es kommen einfach zu wenig Impulse", sagt Alexander Neuhaus. Der 29-jährige Jurist aus Bitburg ist Vorsitzender der Jungen Union Bitburg-Stadt sowie stellvertretender Vorsitzender der Bitburger CDU. Er ärgert sich auch darüber, dass Themen wie die Kommunalreform im Kreisverband nicht offen diskutiert werden. Generell würden viele Dinge hinter verschlossenen Türen besprochen. "Was fehlt, ist die Transparenz", sagt Neuhaus. Auch den Vorschlag des Kreisvorsitzenden Michael Billen zur Kommunalreform (der TV berichtete) sieht er als Beispiel für Intransparenz. Billen schlägt vor, die Verbandsgemeinden im Südkreis so zu reduzieren, dass die Verbandsgemeinde Bitburg Land quasi nicht mehr existent wäre. "Als ich das gelesen habe, ist mir der Kragen geplatzt", sagt Thomas Brück.
Brück ist Unternehmer aus Brecht und seit 2004 für die CDU im Verbandsgemeinderat Bitburg-Land. Der bekennende Kritiker von Michael Billen stört sich an dem Streit, den es zwischen der CDU im Nordkreis und im Südkreis gebe - und zwar ohne sachlichen Grund. "Wir von der JU haben keine Lust, uns einem der Lager anzuschließen", sagt Brück und ergänzt, dass man sich um besonders regen Austausch mit Christdemokraten aus dem Nordkreis bemüht. Auch er will sich dafür einsetzen, dass in der Partei zukünftig mehr diskutiert wird - beispielsweise über die Kommunalreform, die "in dieser Form Blödsinn" sei. "Wir müssen zunächst definieren, was unsere Ziele sind", sagt Brück. Dann könne man ergebnisoffene Debatten führen, bei denen sich niemand benachteiligt fühlt. Auch Christian Jäger wird bei der Kreisversammlung in Bitburg dabei sein. Der 28-jährige Lehrer, der an der Realschule plus in Bitburg unterrichtet, ist Beisitzer im CDU-Stadtvorstand und hat auch schon einmal für den Bitburger Stadtrat kandidiert. Der 28-jährige Tobias Marx aus Neuheilenbach ist unter anderem seit 2009 Vorsitzender der Jungen Union im Eifelkreis.
"Die können natürlich gerne kandidieren. Wir machen ja eine Mitgliederversammlung, keine Delegiertenversammlung", erklärt Michael Billen. Jedes CDU-Mitglied aus dem Eifelkreis könne sich in den Vorstand wählen lassen.
Im Hinblick auf die vier Kandidaten aus der Jungen Union muss der Politiker aus Kaschenbach an seine eigene "wilde JU-Zeit" denken. "Ich bin mindestens drei Mal in den Vorstand reingewählt worden. Und wieder rausgewählt, wenn ich zu frech war", sagt Billen und lacht. So müsse das auch sein. Die Kritik an mangelnder Transparenz weist er jedoch zurück. "Wir sind sehr transparent im Kreisvorstand." Brück, Neuhaus, Jäger und Marx sehen dennoch einige Unterschiede zwischen der CDU und der Politik in der JU. "Wir sind jung und kommunizieren schneller", sagt Thomas Brück. Doch auch wenn die jungen Männer einiges verändern wollen: Eine andere Partei als die CDU kommt für sie nicht infrage. "Wir haben alle unsere Werte, und darum sind wir Mitglieder", sagt Alexander Neuhaus. Teilweise seien die Ansichten der Jungen Union konservativer als die der Mutterpartei auf Bundesebene. "Und nicht so wechselhaft", ergänzt Brück.
Extra

Die Junge Union im Eifelkreis Bitburg-Prüm hat nach eigenen Angaben rund 280 Mitglieder, die meisten davon im Südkreis. Wer das Alter von 35 Jahren überschreitet, scheidet aus der Jungen Union automatisch aus. Der nächste Kreistag der JU ist am 10. März in Prüm. www.jubit.de red