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Pauker auf vier Pfoten - In der Graf-Salentin Realschule plus sorgen zwei Hunde für besseres Unterrichtsklima

Pauker auf vier Pfoten - In der Graf-Salentin Realschule plus sorgen zwei Hunde für besseres Unterrichtsklima

Die Realschule plus in Jünkerath hat zwei neue Mitarbeiter: Nala und Paul. Die Schulhunde sind die Verstärkung des neu angetretenen Leiterteams. Allein durch ihre Anwesenheit sorgen die Hunde für ein ruhiges Unterrichtsklima.

Alles im Blick halten, nichts verpassen - Nala und Paul schauen neugierig aus dem Kopierraum der Graf-Salentin-Realschule plus heraus. Die Hunde wirken entspannt. Ihr Herrchen, Konrektor Mario Jehnen, ist ins Gespräch mit einer Lehrerin vertieft. Schüler laufen ganz selbstverständlich an den Tieren vorbei. Immer wieder hält jemand inne, streichelt sie schnell zur Begrüßung. Seltene Besucher, über die man sich eben besonders freut? Keineswegs - Nala und Paul haben zum Monatsanfang ihren Dienst als Schulhunde angetreten und sind damit "offizielle Mitarbeiter".

"Cool - die sind niedlich", sagt Schülerin Eileen Linden (15) aus Stadtkyll, "Herr Jehnen kommt manchmal mit ihnen in die Klasse", ergänzt sie - und dann sei es gleich ein wenig ruhiger im Raum.
Manche Schüler kannten Nala und Paul bereits vor dem Dienstantritt, Jehnen brachte die Hunde in Absprache mit den Schülern, Eltern und Lehrern schon öfters mit, jetzt liegt aber die Bestätigung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) vor - die Hunde sind nun fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts. Damit hat das neue Schulleitungsteam die erste angekündigte Neuerung umgesetzt (der TV berichtete).

"Natürlich ging das nicht auf die Schnelle", sagt Jehnen. Vor der Bestätigung durch die ADD stand der lange Weg zur Schulhund-Ausbildung. "Erst ging es zur Grundausbildung, dann folgte für uns die pädagogische." Wohlgemerkt habe man gemeinsam die Fortbildung bestritten, denn sowohl das Herrchen als auch die Hunde mussten lernen.
"Unter anderem, wie man als Hund in jeder Situation die Ruhe bewahrt oder für mich, wie man die beiden an der Schule einsetzen kann", sagt Jehnen. Dabei seien die Arbeitsfelder der Bordercollie-Hündin und des Collie-Labrador-Mischlings vielfältig. Momentan begleiten sie in erster Linie Jehnens Schulstunden.Ruhigeres Unterrichtsklima


Während er unterrichtet, sind die Hunde oft "einfach so unterwegs". Dann lässt man sich hier streicheln, legt sich dort mal hin oder schaut, was so im Raum los ist. Ein einfacher Job, mit großen Vorteilen für die Klasse und den Lehrer. "Besonders merkt man, dass das Unterrichtsklima viel ruhiger ist und auch das Verhältnis zum Lehrer entspannter." Allein der Verweis auf das gute Gehör der Tiere reiche dabei schon aus: "Sobald es zu laut wird, kommen sie nach vorne zu mir. Die Schüler merken dann schnell, warum das so ist."
Nala und Paul haben sogar schon ihre eigene Arbeitsgruppe: "Ganz ihre eigene ist es zwar nicht, aber in diesem Schuljahr wurde die AG Hund und Natur gegründet." In den vergangenen zwei Wochen räumten Lehrer, Eltern und Schüler zusammen zunächst den sogenannten Schulwald auf. "Ein Waldstück direkt nebenan. Es war bisher meist ungenutzt. Jetzt haben wir begonnen, einen Kletterpark einzurichten und bauen einige Hütten auf." Natürlich immer in Begleitung der Hunde - ist ja auch ihre AG.Extra

Kann ein Hund einen Beruf haben? Natürlich nicht so wie ein Mensch, aber es gibt Hunde, die besonders ausgebildet wurden. Manche sind dann zum Beispiel Blindenhunde. Sie helfen Leuten, die nicht sehen können. Es gibt aber auch Schulhunde. Natürlich korrigieren sie keine Klassenarbeiten, aber allein, weil sie mit im Zimmer sind, kann es im Unterricht viel ruhiger sein. Auch wenn ein Schüler traurig ist, vielleicht, weil er sich gestritten hat oder eine schlechte Note bekam, können diese Pädagogen auf vier Pfoten helfen. Sie spürenämlich sehr gut die Stimmungen eines Menschen und können das Kind dann trösten. aff