Personalprobleme bereiten Busunternehmen weiter sorgen

Kostenpflichtiger Inhalt: Personalprobleme bei Busunternehmen : Fahrermangel sorgt an Mosel und in der Eifel für weitere Schwierigkeiten

An der Mosel und in der Fidei fallen Busse aus. Der Grund: Personalnot beim Betreiber der neuen Linienbündel. Drohen solche Zustände auch in der Südeifel, wenn dort im Dezember die neuen Fahrpläne gelten?

Pendler aus der Fidei und von der Mosel brauchen derzeit starke Nerven. Seit im September die zwei neuen Linienbündel „Römische Weinstraße“ und „Mosel“ an den Start gingen, kamen die Busse mal. Noch immer kommt es zu Fahrausfällen. Das offenbart ein Blick auf die Internetseite des Verkehrsverbundes Trier, kurz VRT. Noch am 29. Oktober wurde ein Bus zwischen Trier und Schweich gestrichen.

Der Grund für das Chaos ist Personalnot beim Unternehmen Moselbahn. Die Firma hat offenbar Probleme, genügend Fahrer für die beiden Linienbündel im Trierer Land zu finden.

Vor der Übernahme durch den Konzern wurden die Strecken von verschiedenen Anbietern bedient. Die Kommunen und der VRT haben sich aber dazu entschieden, Linien in Zukunft zu bündeln und gemeinsam auszuschreiben. Diese Vorgehensweise ist Teil einer Strategie, die den Busverkehr in der Region verbessern soll.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist noch alles beim Alten. Doch am Montag, 16. Dezember, also nur noch in knapp sechs Wochen, wird in der Südeifel das erste von insgesamt vier Linienbündeln an den Start gehen. Der Busverkehr soll sich rund um Irrel um 70 Prozent erhöhen. Mindestens alle zwei Stunden – so der neue Fahrplan – pendeln auf 15 Linien künftig Busse zwischen Bitburg, Irrel, Trier und Luxemburg.

Etwa ein halbes Jahr Vorlaufzeit hatte die Firma Tempus Mobil, um 60 Busfahrer anzuwerben und eine Flotte von 42 Fahrzeugen zu beschaffen. Eine Herausforderung, wie Geschäftsführer Andreas Winter einräumt: „Es ist ambitioniert, in so kurzer Zeit so viel Personal und Fahrzeuge zusammenzubekommen“, sagt er. Auch wenn der Chef optimistisch sei, dass sein Unternehmen der Aufgabe gewachsen ist.

Tempus Mobil hat aber auch mächtige Partner. Hinter dem Unternehmen, das vor Kurzem noch City Tours Trier hieß (siehe Info), stehen die Branchenriesen Emile Weber und Bollig Voyages aus Luxemburg. Insgesamt beschäftigen sie 1700 Mitarbeiter und verfügen über 500 Busse. „Das ist natürlich ein Vorteil“, sagt Winter.

Dennoch sei der Personalmarkt leergefegt – teilweise auch wegen der Nähe zu Luxemburg. Denn im Großherzogtum verdienten die Fahrer deutlich mehr als in der Eifel. Außerdem wird auch dort der Öffentliche Nahverkehr ausgebaut. Viele Bewerber orientierten sich daher Richtung Nachbarland.

Dass es auch in der Südeifel zu einem Buschaos wie in der Fidei oder an der Mosel kommen wird, glaubt Winter trotzdem nicht. Die restlichen Busse würden in den nächsten Tagen und Wochen geliefert. Und die ersten Fahrer hätten am 15. Oktober ihre Ausbildung begonnen. Weitere Bewerber würden am 4. November ihren Dienst antreten.

Insgesamt, sagt Winter, habe Tempus Mobil bereits mehr als 30 Fahrer verpflichten können. Das heißt aber auch: Rund 30 fehlen noch. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir die noch finden“, sagt Winter.

Dennoch hätte sich der Geschäftsführer einen längeren Vorlauf für das Linienbündel gewünscht. Ein halbes Jahr sei vor allem für kleinere Betriebe zu wenig Zeit, um eine Flotte aufzubauen und Personal zu rekrutieren. Diesen Vorschlag, der auch schon von einigen Eifeler Busunternehmern geäußert wurde, hat man sich in der Kreisverwaltung nun offenbar zu Herzen genommen.

Das nächste Linienbündel „Schneifel“ soll im Dezember diesen Jahres ausgeschrieben werden, aber erst im Winter 2020 starten. Diesen Vorschlag hat der Ausschuss für öffentlichen Personennahverkehr, Schüler- und Kindergartenkinderbeförderung in der jüngsten Sitzung einstimmig auf den Weg gebracht.  Busunternehmen bleibt demnach ein Jahr Vorbereitungszeit. Ob sich die Firma Tempus Mobil an der Ausschreibung beteiligen wird, will Geschäftsführer Winter noch nicht verraten.

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