Perspektive für das "Ei" am Spittel

Perspektive für das "Ei" am Spittel

Laden für Laden füllen sich die Gewerbeflächen in dem Neubau. Nach Bierhaus, Eiscafé und Friseur eröffnet im Herbst ein Sportgeschäft in dem ellipsenförmigen Ergänzungsgebäude. Doch noch immer gibt es drei leere Ladenlokale.

Bitburg Über Geschmack lässt sich streiten. Über den Spittel wurde in Bitburg viel gestritten. Was den einen zu kühl und nüchtern ist, gefällt den anderen eben gerade wegen der schlichten Gestaltung. Das gilt für das Gebäude, das die Trierer Wohnungsbaugesellschaft GBT für rund 15 Millionen Euro errichtet hat, ebenso wie für den Platz, in den die Stadt knapp eine Million Euro investiert hat. Fakt ist: Das Leben ist zurückgekehrt an diesen zentralen Platz am Südende der Bitburger Fußgängerzone. Kinder spielen in den Fontänen des Brunnens, Passanten nutzen die Bänke für eine Rast, und Bierhaus und Eiscafé im Erdgeschoss sind längst zum Treffpunkt geworden.

Die 33 Wohnungen in den oberen Stockwerken sind bis auf zwei alle vermarktet, und von den rund 1400 Quadratmetern Gewerbefläche im Erdgeschoss ist auch nicht mehr viel übrig, seit die Creative Hair Lounge eingezogen ist.
Was bisher eher schleppend lief, ist die Sache mit dem "Ei", wie das kleine ellipsenförmige zweite Gebäude in Bitburg genannt wird, das den winkelförmigen Hauptbau Richtung Borenweg ergänzt. Doch auch hier zeichnet sich nun, zumindest fürs Erdgeschoss, eine Perspektive ab.

"Da wird im Spätsommer/Herbst ein Sportgeschäft eröffnen", sagt Stefan Ahrling, Vorstandssprecher der GBT. Einen Namen will er noch nicht nennen. Das Erdgeschoss hat mehr als 200 Quadratmeter Ladenfläche: "Und die werden auch komplett genutzt." In den noch freien Geschäften im Hauptgebäude kann sich Ahrling "alles, außer Bäckereien" vorstellen. Nicht etwa, weil er was gegen Brötchen hätte, sondern weil in direkter Nachbarschaft zum Spittel in der Poststraße das Café "Bits & Bites" eröffnet hat - und gleich gegenüber von dem Neubau haben "Die Lohners" eine Bäckerei mit Café aufgemacht. Hinter dem Spittel macht übrigens die Landmetzgerei Schares Anfang August in der ehemaligen Suppenbar ihr neues Geschäft auf, mit Mittagstisch.

Offen ist noch, was ins Stockwerk über dem Sportgeschäft kommt. "Da hatten wir Anfragen für eine Arztpraxis, aber das wurde leider nichts", sagt Ahrling. Ärzte oder Physiotherapeuten würden dort, in direkter Nachbarschaft zum Krankenhaus, gut passen. Aber auch Büroräume sind natürlich möglich.
Dass sich die Vermarktung der Gewerbeflächen "etwas ziehen könnte", hat Ahrling erwartet: "Das ist in Trier ähnlich. Damit haben wir gerechnet." Da brauche es einen "langen Atem". Aber wie man sieht: Stück für Stück geht es voran.KommentarMeinung

Ecke mit Potenzial
Kaum mehr vorstellbar, wie der Spittel noch vor fünf Jahren aussah: trist, grau, menschenleer. Ob einem die Architektur gefällt oder nicht: Das Konzept funktioniert. Der Platz lebt. Sollte die Bit-Galerie tatsächlich kommen, gibt das noch mal einen Schub. Ähnlich wie die Neugestaltung des Spittels ja auch Initialzündung für die Entwicklung ringsum war. Und in fünf Jahren ist auch die Galerie nicht mehr wegzudenken - auch wenn heute noch hier und da gemeckert wird. Das war beim Spittel nicht anders. Für Bitburg wäre es ein Gewinn, wenn die Fußgängerzone gefühlt nicht länger am Spittel enden würde. d.schommer @volksfreund.de

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