Perspektiven für den Lebensabend

Perspektiven für den Lebensabend

Der seit langem geplante Bau der Seniorenresidenz in Bettingen steht unmittelbar vor der Umsetzung. 44 Vollzeitpflegeplätze und weitere 16 Wohnungen sollen auf dem Gelände hinter dem Jugendheim bis Herbst 2014 entstehen. Voraussichtlicher Baubeginn ist laut Investor spätestens im Juni.

Bettingen. Die Pläne sind soweit fertig. Und einen vorläufigen Namen hat das Projekt auch schon. "Prümtalpark" lautet der Arbeitstitel des Vorhabens, mit dessen Umsetzung nun bald begonnen werden soll. Wie der Name vermuten lässt, liegt das Bauvorhaben in Nähe der Prüm, was auch der Grund ist, warum die Genehmigung noch nicht erteilt werden konnte. Denn ein kleiner Teil der überplanten Fläche liegt im Hochwasserschutzbereich der Prüm. Damit dort trotzdem gebaut werden kann, muss an anderer Stelle, ein Stück flussaufwärts, ein Ausgleich geschaffen werden. Bei einem Hochwasser im Uferbereich der Prüm soll dort die gleiche Menge an Wasser aufgefangen werden können. Wie Bettingens Ortsbürgermeister Jürgen Holbach erklärt, gibt es von der zuständigen Behörde konkrete Lösungsvorschläge, sodass einer baldigen Baugenehmigung dann nichts mehr im Wege stehe.
Für sieben Millionen Euro soll auf der Fläche zwischen Jugendheim und Prüm eine Seniorenresidenz errichtet werden. Mit 44 Vollzeitpflegeplätzen und weiteren 16 separaten Wohneinheiten. Bauherr ist eine eigens dafür gegründete Projektentwicklungsgesellschaft, hinter der das Bitburger Unternehmen Universal-Bau (UVB) steht.
Betreiben soll die Seniorenresidenz nachher der Saarländische Schwesternverband, der bereits Einrichtungen in Bitburg, Irrel und seit vergangenem Jahr auch in Schönecken hat. Die 16 seniorengerechten Wohnungen des zukünftigen Prümtalparks will der Investor hingegen eigenständig vermarkten, wie Thorsten Assion vom Unternehmen UVB erklärt.
Assion geht davon aus, dass im Mai, spätestens aber im Juni mit dem Bau der Anlage begonnen werden kann. Vorher sei allerdings noch einiges an Erdarbeiten nötig, erklärt er, da der derzeit dort vorhandene Boden für den Bau zu locker sei. Geplant sei neben dem Gebäude auch ein Teich und ein kleiner Rundweg mit Parkanlage, erklärt Assion. "Das Ganze soll nicht nur ein Komplex werden, sondern auch ein kleines Naherholungsgebiet."
Verbunden mit der Gestaltung des Residenzumfelds sind auch die Außenanlagen des benachbarten Jugendheims, das derzeit saniert wird.
Dicker Zuschuss vom Land


Rund drei Millionen Euro, die zu mehr als drei Vierteln vom Land bezuschusst werden, investiert die Gemeinde in den Umbau des Jugendheims sowie in die bereits abgeschlossene Sanierung und Erweiterung der angrenzenden Kindertagesstätte. In diesem Projekt enthalten ist auch ein zusätzlicher Anbau für eine Hackschnitzelheizung, mit der neben Jugendheim und Kita noch weitere Gebäude versorgt werden sollen (siehe Extra). Holbach geht davon aus, dass die Arbeiten im Jugendheim im Sommer abgeschlossen werden können. Die Seniorenresidenz soll laut Assion bis Herbst 2014 fertig sein.
Rechnet man zu diesen Projekten noch die Gestaltung der Außenanlagen, die vom Kreis geplante Erneuerung der Maximinstraße sowie die vor einigen Jahren bereits erfolgte Neugestaltung des Frenkinger Platzes samt Ärztehaus und Gastronomie hinzu, so werden im Bettinger Ortskern laut Holbach bis 2014 16 Millionen Euro investiert worden sein. "Der größte Teil davon sind Privatinvestitionen", sagt Holbach, der nun hofft, noch weitere Investoren für den Ort gewinnen zu können. So gibt es bereits seit Jahren Bemühungen, in Bettingen auch noch eine Apotheke anzusiedeln - bislang jedoch ohne Erfolg. Gleiches gilt für einen Supermarkt, für den die Gemeinde bereits einen geeigneten Standort zwischen Friedhof und Maximinstraße hätte.
Wie Holbach erklärt, seien bereits einige Handelsketten kontaktiert worden, "bislang jedoch haben wir leider noch keine positiven Antworten bekommen." Die Gemeinde werde aber weiter daran arbeiten.
Extra

Im Rahmen der Zukunftsinititive Eifel wurde für Bettingen eine Machbarkeitsstudie erstellt, um zu prüfen, inwieweit eine alternative Energieversorgung des Ortes möglich ist. Eine dabei zunächst ins Auge gefasste Einbeziehung von zwei Biogasanlagen in der Umgebung hat sich laut Holbach als zu aufwendig erwiesen. Deshalb hat die Gemeinde schließlich beschlossen, in einem Anbau an das Jugendheim eine Hackschnitzelheizung zu errichten. Mittels Ausschreibung wird demnächst ein Betreiber gesucht. 21 Gebäude sollen vorerst über die Hackschnitzelheizung versorgt werden. Dazu zählen neben Jugendheim, Kita und Schule auch Privathaushalte. Ebenfalls im Gespräch ist die Versorgung der Seniorenresidenz. Nach Auskunft des Investors wird diese Möglichkeit derzeit noch auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft. uhe

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