Pfarrgemeinde macht sich für Umwelt stark
RODERSHAUSEN. Die Umweltarbeitsgruppe aus Rodershausen hat sich zum Ziel gesetzt, in ihrer Gemeinde in Sachen Umweltschutz aufzurüsten. Die Liste ihrer Projekte ist genauso lang wie die Motivation der Truppe groß ist.
"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen" lautet das Motto der Umweltarbeitsgruppe der Pfarrgemeinde Rodershausen. Dass hinter dem Motto mehr steckt als irgendein biblischer Spruch, machen die vielen Projekte der Gruppe in Sachen Umweltschutz deutlich. Die sechsköpfige Truppe hat sich zum Ziel gesetzt, vor allem den kleinen Dingen des Alltags mehr Beachtung zu schenken. "Jeder kann etwas für den Umweltschutz tun", betont Christine Högner, Mitglied der Umweltarbeitsgruppe. Ein Leitmotiv, das allmählich auch in Rodershausen immer selbstverständlicher wird. Das war nicht immer so. Vor der Gründung der Gruppe war man sich nicht so sicher, ob sich der Pfarrgemeinderat mit dem "weichen" Thema Umweltschutz überhaupt beschäftigen sollte. Erst der vom Bistum Trier ausgeschriebene Umweltpreis im Jahr 2004 gab den Anstoß, aus Mitgliedern des Pfarrgemeindrats und des Verwaltungsrats eine Arbeitsgruppe zu bilden. "Für uns zählte beim Wettbewerb nur die Maxime: Mitmachen ist alles", sagt Alfred Simon. Mit seinem Konzept räumte das Team in Trier den zweiten Platz ab. Naturstein-Trockenmauer sichert Hänge natürlich
Die Arbeit für den Umweltschutz scheint nicht nur schweißtreibend zu sein, sondern bereitet den Aktiven auch viel Freude. Diese Mischung aus Spaß und Arbeit hat wohl auch die Grünen im Kreis Bitburg-Prüm überzeugt. Die Rodershausener belegten beim Umweltpreis 2005 den dritten Platz (der TV berichtete). Die Liste ihrer Projekte ist lang: Angefangen beim Blumen-schmuck in der Kirche, über den Bau einer Trockenmauer bis zur Renovierung des Pfarrheims. Bei der Gestaltung des Blumenschmucks werden Blumen aus heimischen Gärten bevorzugt. "Das fällt in den winterlichen Monaten zwar etwas spärlicher aus, was der Besinnung in der Adventszeit aber nicht schaden dürfte", sagt Högner. Ganzer Stolz der Gruppe ist die selbst erbaute Naturstein-Trockenmauer, die einen Hang absichern soll und gleichzeitig Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten bietet. Bei manchen Vorhaben ist die Gruppe bereits an ihre Grenzen gestoßen: So war es laut Architekt nur möglich, die neuen Fenster und Türen des Pfarrheims an die vorhandenen Fenster aus Tropenholz anzupassen. Ein derber Schlag. Schließlich liegt den Aktiven auch der Schutz des Regenwalds am Herzen. Aber nicht nur die Natur profitiert vom Einsatz der Umweltschützer. Trifft man die vor Ideen sprühenden Mitglieder, wird deutlich, dass durch die gemeinsame Arbeit auch die Gemeinschaft wächst. Unterstützend dazu beigetragen hat auch der Pfarrer der Gemeinde, Karl Jüliger, der Anfang September in den Ruhestand getreten ist. "Natürlich wäre es schön", sagt Högner, "wenn auch unser neuer Pastor, Stefan Trauten, bei den Umwelaktionen mit von der Partie wäre." Vor allem aber wünscht sie sich, dass der Funke für den Umweltschutz auf so viele Leute wie möglich überspringt.