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Pfarrkirchen in Wißmannsdorf und Kruchten werden saniert

Handwerker im Haus des Herrn : Pfarrkirchen in Wißmannsdorf und Kruchten werden saniert

Sowohl die Pfarrkirche in Wißmannsdorf als auch die in Kruchten sind bereits seit längerem aufgrund von Baumängeln geschlossen. Beide Gebäude sollen aber im Sommer wieder einsatzbereit sein.

Der Erhalt eines Kirchengebäudes kann eine äußerst kostenintensive Maßnahme sein. Michael Pelletier weiß das aus Erfahrung. Der Ortsbürgermeister von Hommerdingen ist Mitglied des Verwaltungsrats St. Maximin Kruchten - und das bereits seit 1979. Pelletier hat in den vergangenen vier Jahrzehnten schon einige Sanierungsmaßnahmen in und an der Kirche begleitet. „Wir haben in den letzten Jahren das Dach für gut 200 000 Euro erneuert, und dann waren noch einmal 70 000 Euro für die Heizung fällig“, sagt er. Vor zwei Jahren sei zudem noch ein barrierefreier Zugang zur Kirche geschaffen worden, ergänzt Pelletier. Und nun das nächste Projekt.

Diesmal geht es wieder in den Innenraum der Kirche. Wobei auch dort die letzte umfassende Sanierung noch keine 14 Jahre her ist. Doch es nützt nichts. 2019 war festgestellt worden, dass sich im Bereich der Chorfenster und des Triumphbogens erneut Risse gebildet hatten.

Der Sachverhalt wurde von einem Statiker genauer untersucht. Und dieser stellte dann fest, dass der Putz in einigen Bereichen recht locker hängt und somit runterfallen könnte. Sicherheitshalber wurde die Kirche deshalb im März 2020 geschlossen.

Und das ist sie seitdem noch immer. Wenngleich eine Nutzung des Gotteshauses aufgrund der Corona-Beschränkungen in den vergangenen 13 Monaten für Gottesdienste ohnehin nur eingeschränkt bis gar nicht möglich gewesen wäre. Wie auch immer: In diesen Tagen soll das Gerüst im Außenbereich errichtet und danach dann mit Sanierung der Risse begonnen werden.

Pelletier war davon ausgegangen, dass der rissige Triumphbogen gemauert ist. Ist er aber nicht. Wie der zuständige Architekt Richard Stoffel erklärt, hänge der sichtbare Bogen an einer Holzbalkenkonstruktion, die wiederum an dem eigentlichen, aus Stein gemauerten Triumphbogen befestigt sei. Dieser wiederum befinde sich aber oberhalb der Deckenabhängung und sei deshalb nicht sichtbar.

„Durch die horizontalen Schubkräfte, die im Lauf der Zeit auf den Bogen gewirkt haben, wurde die Holzkonstruktion beschädigt“, sagt der Architekt. Auf diese eher ungewöhnliche Konstruktion sei man aber erst nach und nach gestoßen. „Es ist leider so, dass die Voruntersuchungen oft nur in sehr kleinen Schritten gemacht werden können“, erklärt Stoffel. Und das ziehe ein Vorhaben dann in die Länge.

Um den Bereich zu sanieren, muss man laut Architekt von Innen als von auch Außen, also durch das Dach, an die Schadstelle. Rund 82 000 Euro waren dafür veranschlagt, möglicherweise aber wird es etwas günstiger. Das Ergebnis der Ausschreibung lasse zumindest darauf hoffen, wie Pelletier meint. Teuer wird es trotzdem. Bei substanzerhaltenden Maßnahmen übernimmt das Bistum in der Regel 60 Prozent. So auch im Fall der Kruchtener Kirche. Für den Rest muss die Pfarrgemeinde aufkommen.

Ein ähnliches Problem wie das Gebäude in Kruchten hat auch die Pfarrkirche St. Martin und Rosa in Wißmannsdorf. Auch dort wurden verdächtige Risse im Putz festgestellt. Und auch dort führte eine nähere Untersuchung zu dem Ergebnis, dass sich ebenfalls im Bereich des Triumphbogens – der aber aus Beton besteht – großflächige Hohllagen im Innenputz gebildet hatten. Das war 2019.

Die Kirche wurde daraufhin geschlossen, ein Sanierungskonzept erstell und vergangenes Jahr mit den Arbeiten begonnen. Dabei wurden der komplette Innenraum renoviert und zur statischen Sicherung zusätzliche Maueranker eingeführt. Wie Berthold Fochs, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Rittersdorf, erklärt, habe sich die Fertigstellung aufgrund zusätzlicher Schreinerarbeiten im Bereich des Fußbodens etwas verzögert. Zudem stehe auch noch eine umfangreiche Orgelreinigung und -instandsetzung an.

100 000 Euro waren zunächst angesetzt. Das aber wird nicht ganz reichen. „Wir sind jetzt bei rund 115 000 Euro“, sagt Stoffel, der auch das Projekt in Wißmannsdorf betreut. Die Kostenerhöhung ergebe sich hauptsächlich durch die zusätzlichen Maueranker in den Seitenschiffen, so der Architekt.

Die Arbeiten an der Orgel seien in dieser Summe jedoch nicht erhalten, da sie auch mit der eigentlichen Sanierung nichts zu tun hätten.

Voraussichtlich im Juli soll die Wißmannsdorfer Kirche wieder in Betrieb genommen werden. Und im gleichen Zeitraum dürfte sich auch die Fertigstellung der Kirche in Kruchten bewegen.

Je nach Corona-Lage könnten die Gebäude dann wieder wie gehabt für kirchliche Zwecke genutzt werden. „Und dann müssen wir schauen, wie unsere Kirche genutzt wird“, sagt Pelletier. Er könne sich vorstellen, dass die Pandemie ihre Spuren hinterlassen werde, was zukünftig den Besuch der Kirche betreffe.

 Im Inneren der Wißmannsdorfer Kirche laufen seit vergangenem Jahr die Sanierungsarbeiten.
Im Inneren der Wißmannsdorfer Kirche laufen seit vergangenem Jahr die Sanierungsarbeiten. Foto: Uwe Hentschel

Am Ende also womöglich viel finanzieller Aufwand für immer weniger Kirchgänger. Pelletier ist sich dessen bewusst. Auf der anderen Seite ist das langjährige Mitglied des Verwaltungsrats aber auch der Auffassung: „So lange sich das Bistum noch mit 60 Prozent an den Kosten beteiligt, machen wir so viel, wie wir verkraften können.“ Schließlich sei die Kirche ja auch ein Wahrzeichen mit ortsbildprägender Funktion, so Pelletier. „Wenn das einfach zerfallen würde, das wäre bitter.“