PFLEGE
Zum Aus der stationären Versorgung im Neuerburger St.-Josef-Krankenhaus schreibt dieser Leser:
Die Lichter für die stationäre Versorgung sind im St.-Josef-Krankenhaus Neuerburg aus: Der Träger hat mit der Politik geschafft, was schon seit Jahren geplant war. Zur Beruhigung wurde ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) als Gesundheitszentrum gegründet. Auch wenn das Krankenhaus erst wenige Jahre "Minus" schreibt, wurde der frühere Erlös jahrelang für Verbundhäuser verwandt. Jetzt kann man abstoßen, was man nie haben wollte. Ob diese Zahlen stimmen, wird nie jemand erfahren. Trotz vieler Gespräche wurde seitens des Trägers nie auf die schlechte Finanzlage hingewiesen. Ihnen war die Situation jahrelang bekannt. Interessierte Ärzte für Stationen wurden abgewimmelt, bis das gewollte Defizit erreicht war. Es wurden teure Honorarärzte-Pflegekräfte eingesetzt. Ärzte wären da zum Weiterarbeiten, doch dies war nie gewollt. Bürger aus dem nördlichen Teil der VG müssen Wege von über 40 Kilometern in Kauf nehmen. Doch wen interessiert das? Es wurde von der Politik abgesegnet, ohne näher zu überprüfen. Zum Schein wurde eine Steuergruppe gegründet, die von den Verantwortlichen so gelenkt wurde, keine stationäre Versorgung sicherzustellen. Nun fließen die Mittel in Krankenhaus-Neubauten, obwohl eine guterhaltene Bausubstanz hier vorhanden ist. Konnte man nicht eine befristete Förderung gewähren? Dieses Geld wird jetzt ins MVZ zum Umbau in Praxen oder als Abwrackprämie ins Krankenhaus Bitburg fließen. Die Betten werden aus dem Landesbettenplan gestrichen. Wer kann dem zustimmen? Für Flughafen Zweibrücken oder Nürburgring werden Steuergelder rausgeschmissen. Hier geht es nicht um Menschenleben, sondern um Lobby. Was nützen Wettbewerbe wie "Unsere Region hat Zukunft"? Das neue MVZ besteht jetzt aus einer chirurgischen Praxis und einer Pflegestation. Eventuell sollen sich noch Internisten aus der Stadt ansiedeln. Jedoch stehen dann diese Praxisräume leer. Ist das Zukunft? Sollten sich jetzt die erwarteten Fachärzte ansiedeln, ist es wiederum ein Grund mehr, um zu sehen, dass es so gesteuert wurde. In anderen Krankenhäusern kann man von diesem Raumprogramm träumen. Die Zeit, dass jemand sofort behandelt wird und ein Bett bekommt, ist leider vorbei. Jeder Verantwortliche müsste mal sehen, was in großen Krankenhäusern abgeht: Der Patient als Nummer mit langen Wartezeiten. Haben wir hierfür unsere Politiker gewählt? Elmar Gierenz, Ferschweiler