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Pläne für Eifeler Hof liegen auf Eis

Pläne für Eifeler Hof liegen auf Eis

Am Leerstand des Eifeler Hofes wird sich sobald nichts ändern. Denn die Lin-Gruppe, der das ehemalige Prunkhotel gehört, setzt andere Prioritäten. Seit kurzem vermarktet sie im Internet Hotels mit einem Konzept, von dem Finanzexperten abraten. Um welche Hotels es dabei geht, ist ungewiss.

Prachtvoll steht der Eifeler Hof im Städtchen Kyllburg und zeugt vom Glanz vergangener Zeiten. Prachtvoll und tot. Denn schon seit Jahren steht das ehemalige Luxushotel leer. Auch die Hoffnungen, dass sich daran so schnell etwas ändern wird, liegen inzwischen im Sterben. Denn obwohl sich mit der niederländischen Lin-Groep 2008 ein neuer Besitzer fand, der ankündigte, den "Eifeler" schon bald als luxuriöses Tagungshotel wiederzueröffnen, ist seitdem nicht viel passiert.

Zumindest nichts, was Hoffnung gäbe: Im Januar 2009 erlitt das denkmalgeschützte, jedoch unbeheizte Gebäude einen Frostschaden. Mehr als 100 vom Eis zerstörte Heizkörper mussten entfernt werden. Und rund ein Jahr später wurde bekannt, dass ein Konzept, mit dem die Lin-Gruppe 2007 Hotelzimmer vermarktete, von der niederländischen Fachzeitschrift "Fisc-Alert" (Finanz-Alarm) als unseriös eingestuft und mit dem Prädikat "ungelesen wegschmeißen" versehen wurde (der TV berichtete).

Seit kurzem wirbt die Gruppe im Internet mit einem neuen Vermarktungskonzept, dem "Linotelplan" (siehe rechts). Zwar weicht es von dem alten ab, doch würde der Finanzexperte von Fisc-Alert, der damals über Lin schrieb und sich das Konzept nun für den TV angesehen hat, Anlegern auch diesmal abraten.

Die Vermutung, dass mit diesem Linotelplan auch der Eifeler Hof und das ebenfalls der Lin-Gruppe gehörende Kyllburger Hotel Kurfürst vermarktet werden sollen, liegt nahe. Sind es doch die einzigen, die auf der Homepage der Lin-Gruppe zu sehen sind.

Jan de Muijs, Sprecher der Lin-Groep, bestreitet dies jedoch. "Wir vermarkten den Eifeler Hof nicht", sagt er. Die Firma habe noch andere Projekte in Holland und Belgien - welche, will er nicht sagen. Der Eifeler Hof habe derzeit nicht die höchste Priorität. Und mit jedem weiteren Bericht, der die Firma in einem schlechten Bild erscheinen lasse, werde diese Priorität sinken, sagt er. Eine Strategie habe man derzeit für den Eifeler Hof nicht. Und obwohl es laut Muijs Interessenten gäbe, komme auch ein Verkauf nicht infrage.

Derart deutlich hat sich die Lin-Gruppe noch nie zur Zukunft des Projekts geäußert. Bisher hieß es immer nur, man warte auf einen Kredit des Landes. De Muijs präzisiert: "Wir warten auf Subventionen der Investitions- und Strukturbank in Form eines zinsgünstigen Darlehens." Deshalb habe man der Bank einen groben Investitionsplan vorgelegt. Diese verlange jedoch einen detaillierten Plan. Den jedoch könne man nicht liefern, da es wegen des langen Leerstands schwierig sei, die genauen Renovierungskosten einzuschätzen.

Und wie soll es nun weitergehen? Muijs fasst die Tatsachen zusammen: "Wir sind Eigentümer der Gebäude in Kyllburg. Wir haben keine Schulden. Wir haben niemandem gegenüber Verpflichtungen, und wir haben jetzt andere Projekte."

Meinung

Armes Kyllburg

Bisher konnte man immer noch hoffen, dass der Eifeler Hof vielleicht doch irgendwann wieder öffnet. Irgendwann in einer nicht allzu fernen Zukunft. Diese Hoffnung ist leider hinfällig: Denn der Eifeler Hof ist offensichtlich in die falschen Hände gefallen. Die Lin-Gruppe hat derzeit überhaupt nicht vor, irgendetwas mit dem ehemaligen Prunkhotel zu tun. Sie widmet sich lieber anderen Projekten, die sie mit dubiosen Konzepten vermarktet. Und so wird der Eifeler Hof weiter leer stehen, weiter kaputt gehen und mit ihm wird weiterhin ein gutes Stück des Kyllburger Zentrums unbelebt bleiben. Die größte Chance, die das Städtchen derzeit hat, ist, dass irgendwer Lin irgendwie davon überzeugt, das oder die Hotels doch wieder zu verkaufen. Auch, wenn das ganze Hick-Hack und Hoffen dann wieder von vorne losginge. k.hammermann@volksfreund.de