Platz für die Kirche

BEILINGEN. Bedrückende Enge im Bereich der Kirche sowie starker Durchgangsverkehr stören die Bewohner des Ortes Beilingen schon seit langem. Bereits seit 1990 sind Überlegungen zur Umgestaltung des Ortskerns im Gange.

Das Ingenieurbüro ISU aus Bitburg wurde damit betraut, ein Konzept für den Ortskern Beilingen zu erstellen. Kürzlich stellten die Planer erste Ideen dem Ortsgemeinderat vor. Vordringlich liegt den Ratsmitgliedern die optische Freilegung der Kirche, die sich jetzt noch sehr zugebaut präsentiert, eine Verbesserung der Attraktivität des Ortes und eine Verkehrsentlastung am Herzen.Ortsbürgermeister Matthias Heinz sagt: "In diesem Bereich ist keine kleine, sondern nur eine umfassende Lösung möglich." Das aber koste Geld. Und ohne Fördermittel sei da nichts zu machen. Um diese beantragen zu können, muss ein Konzept vorliegen, das Rückschlüsse auf die Kosten zulässt.Die Pläne seiner Firma ISU sehen laut Klaus Zimmermann Folgendes vor: "Die Häuser rund um die Kirche sollen abgebrochen werden, damit diese deutlicher als bisher das Ortsbild prägen kann. Durch Verlegung des Brunnens soll ein neuer Mittelpunkt und damit auch ein Platz vor der Kirche geschaffen werden. Um diesen mit Bänken und Bäumen gestalteten Platz wird dann die Kreisstraße geführt. Dadurch beschreibt sie einen stärkeren Bogen, der automatisch zum langsamen Fahren zwingrn soll. Wir streben eine ruhige und einfache Gestaltung mit Rasen oder Pflaster an - auch aus Gründen der Pietät, da hier früher ein Friedhof war."Gesamtbild wie aus einem Guss

Daneben würde das Erscheinungsbild der umliegenden Privatgrundstücke in die Überlegungen einbezogen. Am Ende solle alles aussehen wie aus einem Guss.Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zwar ist ein Antrag auf Bewilligung von Fördermitteln beim Land bereits gestellt worden, mit einer Zusage kann aber erst im kommenden Jahr gerechnet werden. Danach folgt eine Kostenermittlung und eine Einteilung in Bauabschnitte. Der Gemeinderat muss die präzisierten Pläne absegnen. Den daraufhin gestellten Förderanträgen müssen sowohl der Kreis in seiner Zuständigkeit für die Kreisstraße als auch das Land zustimmen. Zimmermann schätzt: "Vor 2005 passiert wahrscheinlich nichts." Matthias Heinz fürchtet sogar, das könne noch zehn Jahre dauern.Die Gemeinde brauche die Gewissheit, dass Geld fließt, schon bald, weil noch eines der störenden Häuser erworben werden müsse. Mit dessen Eigentümer besteht inzwischen ein Konsens über die Verkauf. "Allerdings ist das eine Preisfrage", sagt Heinz. "Ein Gutachter-Ausschuss muss den Wert des Gebäudes schätzen. Und dann wird verhandelt." Wie lang und umständlich der Weg auch sein mag - Ortsbürgermeister Heinz sieht dringenden Handlungsbedarf, gerade im Hinblick auf eine Verkehrsentlastung.Schon am Dorfeingang weisen sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache gehaltene Schilder den Durchgangsverkehr auf die inzwischen gut ausgebaute Route entlang der Air Base hin. "Dennoch nutzen viele, die auf die B 51 Richtung Bitburg fahren wollen, unseren Ort als Abkürzung," bemängelt Matthias Heinz. "Aber wenn die Pläne eines Tages realisiert sind, wird das nicht nur ein optischer, sondern auch ein funktioneller Gewinn für unser Dorf sein."