Soziales : Platz für die Zwerge

Für rund 700 000 Euro wurde die Kita Nattenheim um eine zusätzliche Gruppe erweitert.

Für die Kinder und Erzieher der Kita Nattenheim ist es ein großer Tag: Vor vier Jahren wurden die ersten Gespräche geführt, vor drei Jahren mit der Planung begonnen, vor einem Jahr dann schließlich mit der Baumaßnahme selbst und jetzt ist endlich alles fertig.

Die Erweiterung der bislang eingruppigen Kita um  einen zusätzlichen Zug ist abgeschlossen. Für die ganz Kleinen gibt es jetzt eine „Zwergengruppe“. Und das wird natürlich gefeiert.

Mit Liedern und Vorführungen der Kinder und mit Dankesreden der Erwachsenen. Ein ganz besonderer Dank gilt dabei der Gemeinde Nattenheim.

Denn die muss am Ende auch den größten Teil der Kosten tragen – eine Entscheidung, die der Gemeinde nicht leichtgefallen ist, wie Ortsbürgermeister Peter Billen erklärt. Zwar hätten alle Ratsmitglieder den Beschluss zur Erweiterung mitgetragen, weil die Notwendigkeit als solche nicht in Frage gestellt worden sei, so Billen, doch habe er sich dabei mehr Unterstützung erhofft.

Dass das Land Plätze fordere, diese dann auch noch mit derart hohen Auflagen verbunden seien und die Gemeinden am Ende alles bezahlen müssten, finde er nicht in Ordnung, macht Billen im Rahmen der kleinen Feierrunde seinem Ärger ein wenig Luft. „Unsere Kinder sind unsere Zukunft und deswegen sind sie uns das natürlich auch wert“, sagt er. „Doch wenn wir das bezahlt haben, dann ist alles weg, was wir uns über die Jahre mühsam angespart haben.“

Rund 700000 hat die Erweiterung gekostet. Knapp über 100000 Euro übernimmt davon das Land, weitere 100000 Euro das Bistum und 67000 Euro der Kreis. Für die Gemeinde bleiben damit unterm Strich mehr als 430000 Euro. Immerhin: Dass sich das Bistum überhaupt mit einem Zuschuss in dieser Größenordnung beteiligt, ist alles andere als selbstverständlich, sondern vielmehr das Ergebnis zäher Verhandlungen. So ist das Bistum zwar – genau wie in vielen anderen Orten auch – Träger der Kita. Bei der finanziellen Unterstützung von Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen jedoch klinkt sich die Kirche inzwischen  weitgehend aus.

1957 wurde der Kindergarten von der Ortsgemeinde errichtet, 1968 wechselte er in den Besitz der Kirchengemeinde und nun, 50 Jahre später, geht das Gebäude wieder kostenlos an die Gemeinde zurück. Und dazu dann noch der Zuschuss vom Bistum. „Wir haben uns teuer verabschiedet“, meint dazu grinsend Pastor Berthold Fochs, bevor er die neuen Räume einweiht, und ergänzt: „Es war uns ein Vergnügen, dem Bistum noch 100000 Euro abzuluchsen.“