Politischer Rummel um Prümer Kirmes

Politischer Rummel um Prümer Kirmes

PRÜM. Nach dem Reinfall mit der Prümer Salvator-Kirmes 2004 beginnen nun die politischen Diskussionen. Die Stadtratsfraktionen von SPD und FWG haben sich inzwischen offiziell zu Wort gemeldet. Die Forderung der Genossen: Die Kirmes soll zurück in die Innenstadt.

Die Prümer Salvator-Kirmes 2004: das war Tristesse pur. Nur wenige Fahrgeschäfte hatten sich auf das Ausstellungsgelände hinter den alten Bahnhof verirrt, zudem ließ die Besucherzahl, außer am "Feuerwerks-Montag", sehr zu wünschen übrig. In Windeseile hatte es sich herum gesprochen: Ein Besuch lohnt sich kaum. "In diesem Jahr hat die Prümer Kirmes unsere Erwartungen einer Großkirmes nicht erfüllt." Zu dieser trockenen Einschätzung kommt Markus Fischbach, Chef der SDP-Fraktion im Stadtrat. Zwar hätten die Kirmeswirte ihre Aufgaben erfüllt; Kirmesorganisator und Generalunternehmer Barth sei "seinen Verpflichtungen zum Aufbau von großen Fahrgeschäften" aber nicht nachgekommen. In einem Brief an Bürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU) und an die Vorsitzenden von CDU, FWG und PBB bittet Fischbach nun folgende Punkte zu prüfen: Hat die Stadt Prüm gegen den Generalunternehmer einen Schadensersatzanspruch, weil nicht die geforderten Fahrgeschäfte aufgestellt waren? Wie lange läuft der Vertrag zwischen der Stadt Prüm und dem Generalunternehmer noch, beziehungsweise gibt es Kündigungsfristen beiderseits? Markus Fischbach hat inzwischen darum gebeten, das Thema bei der nächsten Stadtratssitzung zu beraten. Insbesondere gehe es ihm dabei um eine neue Standort-Diskussion. Fischbach: "Hier sollten wir uns Gedanken machen, ob wir dem Slogan ,Großkirmes‘ gerecht werden. Die Attraktivität der Prümer Kirmes muss in jedem Fall gesteigert werden." Und dazu ist laut Fischbach die Standortauswahl ein "unumgängliches Thema". Der Vorschlag der SPD gehe jedenfalls - wie schon vor Jahren im Rat beantragt - dahin, die Kirmes wieder in die Innenstadt zu holen. "Die Einbindung des Hahnplatzes in das Kirmesgeschehen halten wir für eine der wichtigsten Voraussetzungen, eine attraktive Veranstaltung in Prüm stattfinden zu lassen", findet der SPD-Mann."Kirmes 2004 war Negativ-Werbung für Prüm"

Ob derweil große Fahrgeschäfte dort aufgestellt werden müssten, sei noch zu überlegen. Fischbach: "Wir hielten es für schöner, mit einfachen Spiel- und Fahrgeschäften in Verbindung mit Musik und Gastronomie rund um den Hahnplatz die Kirmes zu veranstalten." Aktiv geworden ist auch die FWG (Liste Kleis). Deren Fraktionschef Dirk Kleis hat ebenfalls um Aufnahme des Themas auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gebeten. Denn: "Die Salvator-Kirmes 2004 war aufgrund der geringen Besucherresonanz eine Negativ-Werbung für den Veranstaltungsort Prüm." Dazu beigetragen habe mit Sicherheit auch "die ungenügende Beschickung des Festplatzes mit attraktiven Fahrgeschäften". Kleis hat Bürgermeisterin Mathilde Weinandy deshalb darum gebeten, den Bonner Generalunternehmer Barth einzuladen. Außerdem wünschen die Freien Wähler "bis spätestens 14. September die Vorlage des Generalunternehmervertrags der Stadt Prüm mit der Firma Barth". Die neue Stadtchefin Mathilde Weinandy war unterdessen nicht untätig. Wie sie gegenüber dem TV betonte, werde das Thema selbstverständlich Gegenstand der nächsten Stadtratssitzung am 21. September sein. Außerdem habe sie bereits mit Kirmes-Organisator Barth für den 4. November einen Gesprächstermin anberaumt. "Ich habe auch schon mit den Kirmeswirten gesprochen", sagte die Bürgermeisterin. Sie jedenfalls sei für dieses Thema offen. Zudem könne auch sie sich durchaus vorstellen, die Kirmes in verkleinerter Form in die Stadt zurück zu bringen. Alles weitere müssten die nun folgenden Beratungen zeigen.