Polizei im Zugzwang

Oberflächlich betrachtet ist es ein Erfolg, wenn die Zahl der Straftaten im Südkreis stagniert. Doch ein zweiter Blick auf die Zahlen zeigt, dass sich besonders im Bereich der Drogenkriminalität mittlere Abgründe auftun.

Innerhalb von zwei Jahren ist die Zahl der erfassten Delikte in diesem Bereich drastisch zurück gegangen. Das hat aber wenig damit zu tun, dass im Altkreis Bitburg nicht weiter munter gekifft, gespritzt oder geschnupft wird. Im Gegenteil, es liegt wohl vielmehr daran, dass der Druck auf die Szene stark nachgelassen hat. Nach dem Ende der Ermittlungsgruppe AG Eifel können die Dealer wieder ungestörter ihren Stoff verhökern, die Konsumenten einfacher an ihren Stoff kommen. Weniger heißt in diesem Fall eben nicht besser. Und es zeigt sich, dass die negativen Prognosen nach dem Abschluss der Arbeit der AG Eifel wahr geworden sind. Mit dem normalen Personalbestand ist die Polizei in der Eifel nicht in der Lage, die Szene in den Griff zu bekommen. Was Not tut, ist eine neue Ermittlungsgruppe AG Eifel, die dauerhaft die Drogen-Szene aufmischt. Denn neue Händler und Konsumenten von illegalen Drogen wachsen schneller nach, als Kripobeamte zufällig gefundene Cannabis-Plantagen mähen können. h.jansen@volksfreund.de