Polizeichef: Der ungeträumte Traumberuf

Polizeichef: Der ungeträumte Traumberuf

Seit Anfang Februar leitet Polizeihauptkommissar Christoph Cremer die Polizei-Inspektion Prüm. Doch wer ist der Mann, der für die Sicherheit der knapp 400 000 Menschen in den Verbandsgemeinden Arzfeld, Prüm und Obere Kyll verantwortlich ist? Der TV hat mit ihm gesprochen.

Prüm. "Er sollte Mensch sein, sich mit Recht und Gesetz gut auskennen, Einfühlungsvermögen mitbringen, aber auch die Stärke und das Selbstbewusstsein, nach den rechtlichen Vorgaben zu handeln. Gleichzeitig muss er sich auch seiner Aufgabe bewusst sein, den Staat zu vertreten" - so stellt sich Christoph Cremer den idealen Polizisten vor. Der 52-jährige Polizeihauptkommissar leitet seit Anfang Februar die Polizei-Inspektion Prüm.

Entscheidung für die Polizei nie bereut



Für ihn selbst spielt auch das Bild vom Polizisten als Freund und Helfer mit hinein. "Der Satz hat immer noch etwas", sagt Cremer. Denn auch wenn man ab und zu Menschen kontrollieren und auf Fehlverhalten hinweisen müsse, sei das ja auch eine Hilfestellung, etwas zu verändern. Schließlich habe sich die Gesellschaft Regeln für das Zusammenleben gegeben, und an die müsse man sich halten. "Denn die Freiheit des Einzelnen endet nun mal da, wo die Freiheit des anderen beginnt."

Polizist sei nicht sein Traumberuf gewesen, sagt Cremer. "Denn ich habe nie davon geträumt." Aber die Entscheidung, sich bei der Polizei zu bewerben, habe er nie bereut. "Ich kann mir heute nicht mehr vorstellen, etwas anderes zu machen. Es ist ein sehr kommunikativer Beruf, man hat viel mit Menschen zu tun, und es ist sehr abwechslungsreich", sagt Cremer, der sich selbst nicht so gerne in den Mittelpunkt stellt und Privates gern von Beruflichem trennt.

In Prüm sei er sehr gut aufgenommen worden. "Ich fühle mich sehr wohl hier", sagt Cremer. In der Dienststelle habe er eine gute Mannschaft vorgefunden, die sehr engagiert sei. "Das gefällt mir sehr gut." Auch die ersten Gespräche mit Bürgern habe es schon gegeben, die mit Anregungen oder Beschwerden zu ihm kamen - "das ist Alltagsgeschäft."

Aus seiner Zeit in Daun kennt er die Verbandsgemeinde Obere Kyll bereits, weil diese damals noch in die Zuständigkeit der PI Daun fiel. Der Bereich in Richtung Grenze ist hingegen Neuland für ihn. "Da bin ich höchstens mal durchgefahren", sagt Cremer. Von der eher rauen Islek-Landschaft ist er aber durchaus angetan.

Für die Polizeiarbeit bringt die Grenzlage natürlich auch Probleme. Gerade für Drogen sei man hier im Transitbereich. Die Zusammenarbeit mit Bundespolizei und Zoll funktioniere sehr gut und auch mit den Kollegen in Belgien und Luxemburg gebe es schon seit Jahren gute Kontakte. "Das ist ein Bereich, den ich aus Wittlich nicht kannte."

Ein Punkt, den er noch weiter verbessern will, ist das Sicherheitsgefühl der Menschen. "Dazu gehört auch, Präsenz zu zeigen und einfach als Ansprechpartner da zu sein."Zur Person: Christoph Cremer (52) ist seit 1976 bei der Polizei. Nach einer Zeit bei der Bereitschaftspolizei und Stationen in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Daun und Wittlich steht er nun in Prüm in der Verantwortung. Er wohnt in Dreis (Landkreis Bernkastel-Wittlich) und hat zwei erwachsene Kinder.

Mehr von Volksfreund